es haben ja einige von euch Kopfweiden und allgemein Weiden im Garten. Hat jemand von euch schon mal eine Salweide zur Kopfweide erzogen?
Ich habe einen jungen Trieb einer Salweide im Beet, der kerzengerade etwa 1,40 m in die Höhe gewachsen ist. Dort kann er definitiv nicht stehen bleiben und mir fehlt der Mut, die Salweide irgendwo frei in ihre ganze Größe wachsen zu lassen. Daher kam mir die Idee mit der Kopfweide… Im Internet finde ich dazu kaum was, empfohlen als Kopfweide werden immer andere Arten.
Und wie ist es mit den Wurzeln der Salweide? Ich habe im Kopf, dass man auf Weidenwurzeln aufpassen muss, dass sie nicht in der Nähe von Rohren, Wänden und gepflasterten Flächen gepflanzt werden sollten wegen möglicher Schäden. Von was für einem Abstand reden wir denn da? Und wie entwickeln sich die Wurzeln bei einem Kopfbaum? Man sagt ja oft Wurzelausmaß = Kronendurchmesser… wenn aber nun die Krone permanent beschnitten wird?
Liebe Grüße
Miri
Re: Kopfweide
Verfasst: Di 20. Jan 2026, 21:37
von GrizzlyimGarten
Vorweg:
Ich habe zwei Weiden im Kleingarten, allerdings noch sehr kleine Zöglinge. Es handelt sich um Korbweiden.
Mehr als meinen "Senf" kann ich zu dem Thema nicht beitragen, habe überlegt überhaupt zu schreiben, aber vielleicht helfen meine Gedanken dazu etwas weiter. (oder das Thema zu ergründen)
Ich finde deine Beweggründe absolut nachvollziehbar, auch wenn ich gleich etwas deutlich schreibe, möchte ich dich in keiner Wiese persönlich angreifen.
Bei dem Ausmaß des Wurzelwerkes geht man, soweit ich weiß, von einem ausgewachsenen Baum aus, der mindestens die für den Baum im typischen Wuchs geschaffene Korne einnimmt. Ein ehemaliger mindestens Deutschlandweit bekannter "Waldhüter" rechnet eher mit einem größeren Wurzelausmaß. Die rasche Recherche gibt eine typische Breite von 6 - 10 Meter bei einem Baum der Höhe von 8 - 15 Metern. Die Krone soll proportional wachsen.
Meine Gedanken zu einer Kopfweide, einer menschlich verursachten Missbildung eines Baumes, zum Wurzelwerk: Wenn ich einem Baum immer wieder die Möglichkeit nehme, die Photosynthese zu bilden, also dazu jedes Jahr/jedes zweite oder dritte Jahr die Äste zu bilden, dann wird dieser aus meiner Sicht vermutlich in den Überlebensmodus schalten. Ich kann mir vorstellen, dass er sich die Energie für den ständig neuen Kronenaufbau aus der Erde holt, sprich ein ordentliches Wurzelwerk ausbilden wird, vielleicht auch ein größeres als unter nicht ständig beschnittenem Umstand.
Das sind meine Gedanken zum Thema Wurzelwerk einer Kopfweide.
Re: Kopfweide
Verfasst: Di 20. Jan 2026, 22:23
von tree12
Salweiden vertragen Schnitt viel schlechter als andere Weiden. Wenn Du also eine noch relativ junge Weide absäbelst, kann es passieren, daß sie eingeht.
Re: Kopfweide
Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 07:33
von Alma
Eine Salweide als Kopfweide zu ziehen geht genauso gut wie mit allen anderen Weidenarten.
Empfohlen werden deswegen andere Arten da man mit den geschnittenen Ruten nur eingeschränkt flechten kann - sie lassen sich kaum biegen und brechen dann ab.
Das Wurzelwerk wird nicht so riesig wie bei einem frei wachsenden Exemplar. Es muss ja auch nicht so viel festhalten.
Wenn ich mir eine Kopfweide in passabler Gartengröße vorstelle ist der Stamm 1,5m hoch. Der Zuwachs im Jahr ist mindestens 1m.
Mit so einer Größe würde ich mindestens 2m Abstand lassen zu Pflasterflächen, Rohren, Gebäuden.
Der Abstand zu Gebäuden ist ja schon mit der Breite der Kopfweide definiert.
Welche Größe hast du dir vorgestellt?
Re: Kopfweide
Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 07:43
von Alma
tree12 hat geschrieben: Di 20. Jan 2026, 22:23
Salweiden vertragen Schnitt viel schlechter als andere Weiden. Wenn Du also eine noch relativ junge Weide absäbelst, kann es passieren, daß sie eingeht.
Da würde ich mir gar keine Sorgen machen, dass die Weide eingeht. Wenn sie jetzt schon 1,4m hoch ist.
Weiden vertragen alle einen Schnitt nicht gut da sie sehr weiches Holz haben. Da man bei einer Kopfweide aber immer nur sehr kleine Schnittflächen hat ist das nicht so schlimm als wenn man einen dicken Ast absägt.
Re: Kopfweide
Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 08:19
von tree12
Habe ich in meinem Garten schon mehrfach selbst erlebt: Salweidensämlinge können durchaus eingehen, wenn man sie abschneidet, besonders, wenn sie nur aus einem einzigen Trieb bestehen. Die sind da nicht so hart im Nehmen.
Re: Kopfweide
Verfasst: Mi 21. Jan 2026, 18:59
von Alma
tree12 hat geschrieben: Mi 21. Jan 2026, 08:19
Habe ich in meinem Garten schon mehrfach selbst erlebt: Salweidensämlinge können durchaus eingehen, wenn man sie abschneidet, besonders, wenn sie nur aus einem einzigen Trieb bestehen. Die sind da nicht so hart im Nehmen.
tree12 hat geschrieben: Mi 21. Jan 2026, 08:19
Habe ich in meinem Garten schon mehrfach selbst erlebt: Salweidensämlinge können durchaus eingehen, wenn man sie abschneidet, besonders, wenn sie nur aus einem einzigen Trieb bestehen. Die sind da nicht so hart im Nehmen.
Ab welcher Größe?
Ich hatte welche im Garten, die waren so groß wie ich und nach dem drastischen Einkürzen starben sie ab.
Re: Kopfweide
Verfasst: Fr 23. Jan 2026, 22:28
von Miri
Hallo,
ich danke euch für eure Antworten - auch die kritischen!
Ja, ein Baum, der sich frei nach seiner Genetik entfalten kann, hat definitiv weniger Stress und ist auch optisch ein Traum. Nichtsdestotrotz haben auch Kopfweiden einen hohen ökologischen Wert. Sehr interessant dazu ist ein Video von Berthold Daubner (der übrigens von der Salweide abrät ):
Wenn die Salweide nur auf Grund ihrer schlechten Biegsamkeit nicht empfohlen wird, stört mich das überhaupt nicht.
Danke auch für den Hinweis, dass sie eingehen könnte. Das Risiko ist es mir wert, denn ansonsten würde ich sie eh ganz entfernen. Dieses Jahr würde ich sie auch noch nicht schneiden wollen. Mal sehen, wie der Trieb sich weiter entwickeln will. Etwas mehr Stammhöhe fände ich auch ganz gut, hätte eher an 170-200 cm gedacht.
Also so mit 3 Metern Abstand sollte es gehen?
Liebe Grüße
Miri
Re: Kopfweide
Verfasst: Sa 24. Jan 2026, 21:13
von Somnia
Ich würde da etwas anders rangehen: welchen Schaden können die Wurzel verursachen? Bei allen Rohren und Wasserführendem wär ich da sehr vorsichtig, und auch wenn eine Kopfweide weniger Blattmasse zu versorgen hat als ein freiwachsender Baum, kann es ja auch sein, daß man ihn irgendwann nicht mehr pflegt=schneidet. Dann versucht er, wieder ein Baum zu werden, was zwar nicht ganz klappt wegen der vorherigen Schnitte. Dennoch könnte er mehr Wurzelwerk entwickeln. Schon deshalb würde ich Abstand halten/die Weide ggf. von gefährdeter Infrastruktur fernhalten/umsetzen.