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Die fünf Eidechsenarten in Deutschland

Verfasst: So 7. Dez 2025, 13:57
von Simbienchen
Zauneidechse (Lacerta agilis)

Bis 24cm lang
Reviergröße 50m² bis 100m²
Ab März erscheinen Jungtiere und Männchen, Weibchen etwas später
Paarungszeit Ende April bis Ende Juni
Eiablage Mitte Mai bis Ende Juli, 5 bis 14 weiche Eier werden platziert
Eiablageplatz sandiger Fleck, sonnenbeschienen, Gelege wird eingegraben
Schlupf, bei einer Durchschnittstemperatur von 21° bis 24° zwei Monate nach Eiablage
Ernährung: Insekten, beispielsweise Heuschrecken, Zikaden, Käfer und deren Larven, Wanzen, Ameisen sowie Spinnen und Regenwürmer. Sie trinken von Tau- und Regentropfen.
Feinde: Greifvögel, Rabenvögel, Stare, Fasanen, Amseln, Marder, Füchse, Igeln und Schlingnattern Die Eier werden unter anderem von Maulwurfsgrille und Laufkäfer gefressen.
Eine besondere Bedrohung durch streunende Hauskatzen wird oftmals genannt. Hierfür fehlen jedoch Belege, auch die Verbreitungsschwerpunkte der Zauneidechse in Gebieten mit lockerer Wohnbebauung sprechen dagegen.
Winterruhe: Adulte Tiere ab August bis September, Jungtiere ab Mitte Oktober
Ortstreu

Optimale Steine für die Schaffung von Ersatzlebensräumen stellen Sandstein und Basalt dar, wegen der Wärmespeicherung.

Weiterhin sind dicke Sandlinsen für die Eiablage wichtig. Als frostsichere Rückzugsräume für die Zeit der Überwinterung hat sich Flusssand bewehrt, der aufgrund seiner Aufarbeitung keimfrei ist.

Das Abdecken der Sonnenplätze mit Reisig oder Dornenzweigen hat sich als gute Übergangsstruktur herausgestellt.

Mauereidechse (Podarcis muralis)

Bis 25cm lang
Reviergröße 25m² bis 50m²
Ende Februar bis Anfang März erscheinen die Männchen, etwa vier Wochen später die Weibchen
Paarungszeit März bis Ende Juli
Eiablage Mai bis Mitte August, 2 bis 10 Eier
wenn die Witterung günstig ist, gibt es auch ein zweites Gelege
Schlupf, die optimale Temperatur liegt bei etwa 28 °C, nach 6 und 11 Wochen, In warmen Sommern beginnt dieser ab Anfang Juli, normal jedoch Ende Juli bis Anfang September
Ernährung: Zweiflügler, Spinnentiere, Asseln und Tausendfüßer – aber auch Schmetterlinge, Käfer, Hautflügler, Schnecken, Regenwürmer und Springschwänze
Feinde: Greifvögel, wie Turmfalke und Mäusebussard, Neuntöter, Rabenkrähe, Schlingnatter
im Siedlungsbereich auch Hühner und Hauskatzen, Spitzmäuse, Wanderratten, Wiesel und Steinmarder
Lebensraum: günstig sind Felsen und Mauern mit gleichmäßig verteilten offenen Fugen; Hohlräumen und Spalten. Bevorzugt nach Südosten oder Südwesten exponierte Flächen; Burgruinen, Felswände, Geröllflächen, Weinberge, Bahn- und Straßenböschung, Siedlungen, Städte, gelegentlich auch bei Steinbrüchen
Winterruhe: Ende Oktober bis Anfang November
Die partielle Winteraktivität der Mauereidechse stellt eine Besonderheit dar. So ist Sie die einzige heimische Eidechse, die unter Hochdruckeinfluss und bei Schönwetterereignissen, sofern die Lufttemperaturen nur geringfügig über 0 °C liegen, in jedem Monat des Winterhalbjahres außerhalb ihres Unterschlupfes nachgewiesen werden können

Waldeidechse(Zootoca vivipara)

Bis 18cm lang
Ab Mitte Februar bis März, Jungtiere und Weibchen zwei Wochen später
Territorien werden verteidigt
Paarungszeit April bis Ende Mai, die Eier werden im Mutterleib ovovivipar (Eier mit mehr oder weniger entwickelten Embryonen ablegend) lebend geboren, aus den 2 bis 12 Eiern schlüpfen die Jungtiere binnen weniger Stunden lebensfähig
Ernährung: Spinnen, Hundertfüßern, Heuschrecken, Ameisen, Fliegen, Pflanzenläusen, Zikaden. Die Nahrungszusammensetzung variiert nach Jahreszeit und örtlichem Angebot.
Feinde: Kreuzotter, Schlingnatter, Greifvögel, Marder und Wildschweine – letztere wühlen die Waldeidechsen auch aus ihren Winterquartieren. Jungtiere werden von großen Laufkäfern gefressen, im Siedlungsbereich sind Hauskatzen und Hühner die Prädatoren
Lebensraum: Moore, Heiden, Grasfluren, aufgelassene Steinbrüche und Sandgruben, Dünen sowie Waldflächen, vegetationsreiche Saumstrukturen, Böschungen und Lichtungen bevorzugt
Winterruhe: Adulte Tiere ab September, Jungtiere später
Feuchtigkeitsliebende Art, bei Flucht wird auch Gewässer durchschwommen



Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata)

Zwischen 13cm und bis 35cm lang, in Südeuropa auch 40cm
Anfang März bis April erscheinen die Männchen, Mitte April die Weibchen und im Mai die Jungtiere des Vorjahres
Territorien werden verteidigt
Paarungszeit liegt im Mai
Eiablage drei bis sechs Wochen später, Die Eiablage erfolgt nachts in wahrscheinlich selbst gegrabenen Erdhöhlen, die etwa 30 Zentimeter lang sind und circa zehn Zentimeter unter der Oberfläche liegen können. Danach bewachen und verteidigen die Weibchen das Gelege oft noch einige Tage – auch gegen andere Weibchen. Es werden 6 bis 23 Eier
Schlupf: 70 bis 100 Tage nach Eiablage und Witterungsbedingungen
Ernährung: größere Insekten, Spinnen, Asseln, Schnecken und kleinere Wirbeltiere (beispielsweise Jungmäuse), aber auch Reptilieneier und -jungtiere sowie Beeren.
Feinde: Schlingnatter, Greifvögel, Neuntötern. Hühnervögel fressen vor allem die Jungtiere. Unter den Säugetieren sind Katzen, Spitzmäuse, Igel, Füchse und Marderarten zu nennen.
Lebensraum: sonnenerwärmte, süd-/südwest-/südostexponierte Geländehänge mit einem ausreichenden Feuchtegrad und einer Mischung aus offenen Strukturen und mosaikartiger Vegetation als Habitat. Besonders geeignet sind beispielsweise trockenere Waldränder, vergraste Weinberge, Halbtrockenrasen mit Gebüsch, Trockenrasen, Ginsterheiden, Brombeerdickhichte, Bahn- und Wegdämme, Wiesen mit Schlehengebüschen und schüttere Streuobstwiesen.
Winterruhe: Ende September zuerst die Männchen. danach in Abständen folgen die Weibchen und zuletzt die Jungtiere
Inselartige Vorkommen



Östliche Smaragdeidechse (Lacerta viridis)

Gleicht der westlichen Smaragdeidechse in einigen Bereichen. Die Unterschiede zeigen sich unter anderem bei der Färbung der Schlupflinge. Während Ost-Schlupflinge sich rein braun zeigen, ist bei den West-Schlupflingen die Kopfunterseite bereits grün gefärbt.

Ihr Lebensraum sind besonnte, nach Süden ausgerichtete Hänge sowie Trockenmauern, Schotterhalden, Wiesenkanten und felsige Lebensräume, als auch Heidegebiete, Schonungen mit jungen Kiefern und Böschungen mit sandigem Bodengrund. Kleinstrukturen aus Baumstümpfen, Totholzhaufen und dichten Brombeergebüschen sollte nicht fehlen.

Eine Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren wird angenommen.

Alle fünf Arten sind tagaktiv.

( Beitrag von Malefiz übertragen aus dem alten Forum)