Seite 10 von 11
Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: Fr 31. Jul 2026, 23:18
von Umkraut
Vielen vielen Dank!
Die Steinweichsel trifft tatsächlich ziemlich genau mein Ideal einer Eierlegenden Wollmilchsau, zumindest was ich gerade online angeguckt habe. Für die ersten Winter spendiere ich natürlich allem was möchte etwas Schutz.
Ja, Topfware neigt auch irgendwie dazu, immer zu groß für den Topf zu sein, so dass die Wurzeln schon einige Umdrehungen da drinnen drehen. Es wäre wohl wirklich mal Zeit um Wurzelnackte zu versuchen (bei Bäumchen wird so ein Kübel ja auch langsam schwer...)
Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: Sa 1. Aug 2026, 10:48
von tree12
Hier gibt es ein tolles Porträt von Markus Burkhard zur Prunus mahaleb, also der Steinweichsel.
Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: Fr 28. Aug 2026, 18:01
von tree12
Ich lese gerade das Buch "Mini-Wildnis für alle" von Michael Altmoos. Er erwähnt im Buch einen nährstoffreichen Acker, den in den 80er Jahren die Loki-Schmidt-Stiftung erwarb, um zu testen, wie sich eine kleine Wildnis von alleine entwickelt. Man tat also nix und wartete. Auf dem Acker wuchsen dann bald überall wilde Brombeeren... man war fast soweit, das Experiment als gescheitert zu betrachten.
Aber dann, nach 15 Jahren zeigte sich, daß inmitten der Brombeeren durchaus Baumsamen gekeimt und hochgekommen waren - geschützt vor Kaninchen und Rehwild. Die Bäume wuchsen empor und verdrängten nach und nach die Brombeeren. Heute existiert auf dem ehemaligen Acker ein wunderbarer, sehr resilienter Wald. (Also die Art von Wald, wo die Förster immer behaupten, das ginge nicht, sie müßten grundsätzlich aufforsten und "pflegen"...)
Ich werde ab sofort Brombeerdickichte mit anderen Augen betrachten (was nicht heißt, daß ich eins im Garten haben wollte). Zurerst ernähren die Brombeeren ca. 70 Schmetterlingsarten, andere Insekten und Kleinsäuger und nebenbei bieten sie sicheren Raum für keimende Baumsamen. Zum Schluß sind sie Wegbereiter für die Art von Klima-Wald, den wir heutzutage so dringend benötigen für den Artenschutz, die Grundwasserbildung, den Hochwasserschutz und die Kühlung der Umgebung.

Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: Fr 28. Aug 2026, 18:27
von astriddorothea
Die Altmoos Familie ist großartig. Im Nahe-der Natur-Museum in Staudernheim in meinem Nachbardorf setzen sie all das um, wovon er in seinen Büchern schreibt. Ein Steinbruch mit altem Baumbestand, Moos und Schmetterlingsgarten und vieles mehr.
In meiner Wiesen kommen die kleinen Bäumchen auch von alleine. Eichen, Kastanien, Weißdorn.
Die Brombeeren in Verbindung mit Brennesseln sind das Schmetterlingsparadies Futter für Raupen, Nektar für die Schmetterlinge.
Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: So 30. Aug 2026, 19:14
von Alma
Ich werde einen Kompromiss pflanzen:
Die Bäume auf Zukunft - das sind dann mediterrane Baumarten und die paar jetzt noch einheimischen Baumarten die das zukünftige Klima aushalten.
Das 'einheimisch' wandert immer weiter nach Norden. Auch die jetzt noch heimischen Insekten der noch heimischen Baumarten wandern nach Norden.
Bäume brauchen sehr lange bis sie groß sind.
Deswegen pflanze ich Bäume die es noch in 40-50 Jahren hier aushalten.
An Stauden orientiere ich mich an den trockenverträglichen-einheimischen.
Stauden kann man mal flugs austauschen - Bäume aber nicht.
Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: So 30. Aug 2026, 23:27
von astriddorothea
Mir fällt bei dem Beitrag auf, dass wir für die Zukunft mediterran denken. Meinem Verstänfnis nach heißt, das generell warme Winter. Das könnte zu einseitig sein, wenn die Winter eben nicht so warm sind, sondern auch ziemliche Kälte Einbrüche möglich sind, wie dieses Jahr und auch einige der vergangenen Winter. Irgendwo habe ich gelesen, dass eher eine Orientierung nach Osten sinnvoll sein könnte.
Hat dazu jemand Hintergründe oder Ideen?
Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: Mo 31. Aug 2026, 00:46
von Poco Loco
Das macht Sinn, den wenn der Golfstrom schwächer wird, drohen Inversionswetterlagen und die kalte trockene Kontinentalluft aus dem Osten wird nicht mehr durch die milden Westwinde zurückgedrängt. Diese milden Westwinde laufen unter dem Begriff "zirkumpolarer Jetstream" und bremsen in unseren Breiten noch den Zustrom winterlicher kontinentaler und sehr trockener Kaltluft. Es kommt dann auch zur Winterdürre.
Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: Mo 31. Aug 2026, 09:03
von Amarille
Eiben haben die Hitze und Trockenheit gut überstanden, lt. einem Buch von Sebald waren die auch Bestandteil der hiesigen Wälder vor Urzeiten.
Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: Mo 31. Aug 2026, 19:19
von Alma
astriddorothea hat geschrieben: So 30. Aug 2026, 23:27
Mir fällt bei dem Beitrag auf, dass wir für die Zukunft mediterran denken. Meinem Verständnis nach heißt, das generell warme Winter. Das könnte zu einseitig sein, wenn die Winter eben nicht so warm sind, sondern auch ziemliche Kälte Einbrüche möglich sind, wie dieses Jahr und auch einige der vergangenen Winter. Irgendwo habe ich gelesen, dass eher eine Orientierung nach Osten sinnvoll sein könnte.
Hat dazu jemand Hintergründe oder Ideen?
Alle die noch in Winterhärtezone 7b wohnen sollten natürlich nur das pflanzen was noch -15 Grad aushält. Grenzwertiges anfangs mit Winterschutz. Die Definition der für die jeweilige Winterhärtezone zugeordneten Pflanzen ist, dass 80% der Pflanzen überleben.
https://ddg-web.de/files/DDG-Bilder/WHZ ... 1080px.jpg
Im südlichen Osten wachsen z.B. Zürgelbaum, Silberlinde, Steinweichsel, ungarische Eiche, Zerreiche, französischer Ahorn die als sehr Hitze-und trockentolerant gelten und zudem noch gut frostverträglich sind.
Pinien, Oliven gedeihen hier in Süddeutschland in der Rheinebene. Selbst Oleander und Granatapfel erfrieren hier seit etlichen Jahren nicht mehr
Re: klimafeste Bäume pflanzen
Verfasst: Mo 31. Aug 2026, 20:33
von tree12
Wo ich gerade "Granatapfel" lese.... Ein Bio-Supermarkt hatte kürzlich Pflanzen vor dem Laden stehen, in erster Linie waren es Feigen und Granatäpfel. Als ich auf die Schildchen guckte, sah ich, sie trugen ein Siegel von Bioland. Also eigentlich eine hochwertige Zertifizierung, aber: das Substrat war nur "torfreduziert", nicht "torffrei". Da mußte ich echt schlucken, hätte niemals erwartet, daß eine solche Ware ein Bioland-Siegel bekommen kann.
Dabei macht es die Gärtnerei Strickler seit 30 Jahren vor, daß man auch völlig ohne Torf arbeiten kann.