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Re: [Weg 06-23] Der Weg ist das Ziel - meine 3200qm wildes Leben

Verfasst: Mo 19. Jan 2026, 17:36
von Alma
Huhu,
ich bin bin auch ganz gespannt!! Bestimmt ist bei dir da oben noch alles gefroren und eingeschneit....

Re: [Weg 06-23] Der Weg ist das Ziel - meine 3200qm wildes Leben

Verfasst: Do 22. Jan 2026, 18:23
von Ann1981
Schön, dass du wieder da bist.

Re: [Weg 06-23] Der Weg ist das Ziel - meine 3200qm wildes Leben

Verfasst: Di 14. Apr 2026, 14:00
von ThePilgrim
Danke für die netten Willkommenswünsche. :blumen

Nach der längeren Pause und dem ersten Besuch heuer oben im Garten knüpft der Thread hier wieder an. Es ist schön zu sehen, dass sich vieles weiterentwickelt hat – manches sehr positiv, anderes hat nicht so wie erhofft gehalten. Ein paar Ausfälle gab es ebenfalls, was dazugehört.

Eine klare Erkenntnis aus der letzten Zeit: Gehölze werden künftig nur noch im Herbst gepflanzt.

Der Fokus für 2026 liegt bewusst auf dem Erhalten und Weiterentwickeln des Bestehenden. Vorhandene Strukturen sollen stabilisiert werden – etwa die Beinwell-Rabatten und die bereits gesetzten Gehölze. Parallel dazu geht es weiter mit dem Freischneiden, um Licht und Raum zu schaffen. Und dem bestimmen der vor Ort befindlichen Pflanzen. Da sind einige Raritäten dabei. :liebhab

Geplant ist außerdem, die Haselbestände schrittweise weiter auf Stock zu setzen und die frei werdenden Flächen mit heimischen, möglichst standortangepassten Gehölzen zu ergänzen. Die Pufferzone wird weiterentwickelt, bestehende Strukturen werden vorsichtig erweitert. Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf Kräutern, insbesondere solchen, die sich zum Räuchern eignen.

Beim Pflanzen gilt heuer bewusst Zurückhaltung: Es wird (fast) nichts zugekauft. Stattdessen wird genutzt, was im direkten Umfeld vorhanden ist – etwa Pflanzen aus dem Garten meiner Mama (und ihrem Umfeld), die dort eher als „Unkraut“ oder zu wüchsig gelten, wie zum Beispiel Efeu. Solche einheimischen Arten werden übernommen und hier integriert.

Auch das Zurückdrängen einzelner Neophyten bleibt ein Thema, auch wenn nur noch wenige Bestände vorhanden sind.

Für den Garten haben sich dabei einige einfache Grundregeln etabliert:
Alles, was anfällt, bleibt vor Ort und wird weiterverwendet – als Totholz, Mulchmaterial, Kompost oder strukturgebendes Element. Nichts wird entsorgt, alles bleibt Teil eines möglichst geschlossenen Kreislaufs. Ziel ist es, Materialflüsse kurz zu halten, Lebensräume zu schaffen und Eingriffe auf das notwendige Maß zu reduzieren.

Die grundsätzliche Linie bleibt pragmatisch und nicht dogmatisch. Es geht nicht um Zertifizierungen oder feste Konzepte, sondern darum, was vor Ort funktioniert und sich stimmig entwickeln kann.

Der Garten ist dabei mehr als ein Projekt – er ist MEIN Kraftort. :omm

Fotos folgen, die muss ich erst sortieren.....

Re: [Weg 06-23] Der Weg ist das Ziel - meine 3200qm wildes Leben

Verfasst: Do 7. Mai 2026, 14:04
von ThePilgrim
Mai.
Und hier geht’s jetzt so richtig los. :biene

Ich bin inzwischen mindestens einmal pro Woche im Garten und werke in aller Ruhe vor mich hin.

Ein paar Pflanzen wurden inzwischen auch wieder geordert: Kornelkirsche, Felsenbirne, die Ramblerrose ‚Lykkefund‘ und weiterer Beinwell – eine meiner absoluten Lieblingspflanzen. Kommen Mitte Mai. Ich hoffe es regnet bis dahin noch mal heftig. Wir haben definitiv zu wenig Wasser. :ka

Die eigentliche Arbeit liegt mittlerweile aber woanders: im Schneiden, im Erhalten und Wiederherstellen (bestehender) Strukturen und darin, das Vorhandene sinnvoll weiterzuentwickeln. Zum Beispiel Unmengen an Liguster-Ablegern zu versetzen, genauso rote Heckenkirschen, wolligen Schneeball und Salweiden.

Mein Schwerpunkt hat sich damit deutlich verschoben. Es geht immer weniger ums reine Pflanzen, sondern vielmehr darum, bestehende Strukturen zu begleiten und zu steuern.

Kernpunkte für die nächste Zeit:

* Verbuschung lenken
Schneeball lokal auslichten, wo er beginnt die Wiese zu bedrängen, Hasel und Bergahorn zumindest in den Randzonen kontrollieren.

* Offenland erhalten und weiterentwickeln
Die Magerwiese aktiv vor Beschattung schützen und Saumzonen klarer definieren. Aus den dicken Haselstämmen entstehen gerade erste Randbegrenzungen. Und ich find die richtig schick. :pfeiffen

* Strukturen bewahren statt verdichten
Einzelne Sträucher und Bäume bewusst stehen lassen, gleichzeitig aber vermeiden, dass überall geschlossene Übergangsflächen entstehen.

Vor allem das Thema Licht ist enorm spannend. Unglaublich, wie schnell sich andere Pflanzen zeigen, sobald Hasel zurückgenommen oder Brombeeren eingegrenzt werden.

Insgesamt fühlt es sich derzeit weniger nach einer „Pflanzphase“ an, sondern eher nach einer Managementphase eines sich selbst stabilisierenden Halboffenlandes.

Neue Arten kommen nur noch sehr selektiv dazu – etwa über den Heckentag oder wenn sich spontan etwas ergibt. Und natürlich aus Mutters Garten. Dort nehme ich gerne das „Unkraut“ mit. ;)
Sie hat so tolle Pflanzen wie Salomonssiegel, Maiglöckchen oder Bärlauch in Massen und wirft jedes Jahr einiges davon auf den Kompost.

Und wenn man die Pflanzungen vom letzten Heckentag (Herbst 2025) sieht, geht einem wirklich das Herz auf: Hartriegel, Pfaffenhütchen, Faulbaum, roter Holunder, Trauben-Geißklee, Besenginster, Traubenkirsche und nicht zuletzt eine Korbweide. Mit Ästen von der möchte ich später einmal kleine Dinge für den Garten machen – Spaliere, Verbindungen und ähnliche Strukturen.

Morgen geht’s noch auf die Bio-Pflanzenbörse. Große Pläne gibt es keine, aber vielleicht finden sich ein paar heimische Raritäten, besonders für den „Gemüsegarten“. Dort steht heuer bisher genau eine Süßkartoffel :lol – und natürlich die mehrjährigen Kräuter.

Vieles bleibt Experiment. Also die Frage, was vor Ort wirklich funktioniert und was mehr Aufmerksamkeit braucht, als dauerhaft möglich ist.

Und am Sonntag dann wieder Garten. Die nächste Probepflanze zieht ein: Waldmeister. Wenn er sich wohlfühlt, darf er später an mehreren Stellen einziehen.

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