Mai.
Und hier geht’s jetzt so richtig los.
Ich bin inzwischen mindestens einmal pro Woche im Garten und werke in aller Ruhe vor mich hin.
Ein paar Pflanzen wurden inzwischen auch wieder geordert: Kornelkirsche, Felsenbirne, die Ramblerrose ‚Lykkefund‘ und weiterer Beinwell – eine meiner absoluten Lieblingspflanzen. Kommen Mitte Mai. Ich hoffe es regnet bis dahin noch mal heftig. Wir haben definitiv zu wenig Wasser.
Die eigentliche Arbeit liegt mittlerweile aber woanders: im Schneiden, im Erhalten und Wiederherstellen (bestehender) Strukturen und darin, das Vorhandene sinnvoll weiterzuentwickeln. Zum Beispiel Unmengen an Liguster-Ablegern zu versetzen, genauso rote Heckenkirschen, wolligen Schneeball und Salweiden.
Mein Schwerpunkt hat sich damit deutlich verschoben. Es geht immer weniger ums reine Pflanzen, sondern vielmehr darum, bestehende Strukturen zu begleiten und zu steuern.
Kernpunkte für die nächste Zeit:
* Verbuschung lenken
Schneeball lokal auslichten, wo er beginnt die Wiese zu bedrängen, Hasel und Bergahorn zumindest in den Randzonen kontrollieren.
* Offenland erhalten und weiterentwickeln
Die Magerwiese aktiv vor Beschattung schützen und Saumzonen klarer definieren. Aus den dicken Haselstämmen entstehen gerade erste Randbegrenzungen. Und ich find die richtig schick.
* Strukturen bewahren statt verdichten
Einzelne Sträucher und Bäume bewusst stehen lassen, gleichzeitig aber vermeiden, dass überall geschlossene Übergangsflächen entstehen.
Vor allem das Thema Licht ist enorm spannend. Unglaublich, wie schnell sich andere Pflanzen zeigen, sobald Hasel zurückgenommen oder Brombeeren eingegrenzt werden.
Insgesamt fühlt es sich derzeit weniger nach einer „Pflanzphase“ an, sondern eher nach einer Managementphase eines sich selbst stabilisierenden Halboffenlandes.
Neue Arten kommen nur noch sehr selektiv dazu – etwa über den Heckentag oder wenn sich spontan etwas ergibt. Und natürlich aus Mutters Garten. Dort nehme ich gerne das „Unkraut“ mit.
Sie hat so tolle Pflanzen wie Salomonssiegel, Maiglöckchen oder Bärlauch in Massen und wirft jedes Jahr einiges davon auf den Kompost.
Und wenn man die Pflanzungen vom letzten Heckentag (Herbst 2025) sieht, geht einem wirklich das Herz auf: Hartriegel, Pfaffenhütchen, Faulbaum, roter Holunder, Trauben-Geißklee, Besenginster, Traubenkirsche und nicht zuletzt eine Korbweide. Mit Ästen von der möchte ich später einmal kleine Dinge für den Garten machen – Spaliere, Verbindungen und ähnliche Strukturen.
Morgen geht’s noch auf die Bio-Pflanzenbörse. Große Pläne gibt es keine, aber vielleicht finden sich ein paar heimische Raritäten, besonders für den „Gemüsegarten“. Dort steht heuer bisher genau eine Süßkartoffel

– und natürlich die mehrjährigen Kräuter.
Vieles bleibt Experiment. Also die Frage, was vor Ort wirklich funktioniert und was mehr Aufmerksamkeit braucht, als dauerhaft möglich ist.
Und am Sonntag dann wieder Garten. Die nächste Probepflanze zieht ein: Waldmeister. Wenn er sich wohlfühlt, darf er später an mehreren Stellen einziehen.
