Der Gartenrundgang gerade bei Sonnenschein und warmen 20 Grad ergab: alle Hummelvölker noch da. Die Müllhummeln scheinen ein sehr großes und vitales Volk zu bilden. Da sind immer drei bis vier Wächterinnen gleichzeitig aktiv, halten niemals inne, sausen auch mal ein Stück weg, kommen dann sofort zurück und schwirren wieder rund um ihren Müllhaufen. Leider kann ich sie nicht bestimmen, sie sind einfach zu schnell.
Auch die Hornissenkönigin ist noch dabei, ihr Primärnest aufzubauen, ich sah sie wieder im Meisenkasten verschwinden. Eine Etage darüber gucken die jungen Kleiber aus dem Kleiberkasten, wahrscheinlich werden sie demnächst ausfliegen. In der Salweide balzen die Stare ganz heftig.
Mein Minzenexperiment ist bisher nur zur Hälfte geglückt: Birnenminze und Erdbeerminze treiben gut aus. Die Erdbeerminze, die ja nicht ganz so stark wuchern sollte, ist nicht mehr da, wo ich sie gesetzt hatte, sondern geht auf Wanderschaft. Von Mandarinen- und Johannisbeerminze ist keine Spur mehr zu sehen, da waren die Schnecken wohl am Werk. Auf jeden Fall werde ich die Johannisbeerminze nachkaufen, der Duft ist so wundervoll. Meine ebenfalls auf der neuen Fläche gepflanzte Ackerglockenblume - als schlimme Wucherin verschrieben - trieb gut aus, jetzt haben die Schnecken sie ganz arg dezimiert.
Vor dem Haus habe ich ja vor ein paar Wochen die Prunus mahaleb gepflanzt (lustig, daß Marcus Burkhard gerade ein Pflanzenporträt über sie eingestellt hat, er lobt sie in den höchsten Tönen). Sie ist jetzt belaubt und macht einen guten Eindruck. Um sie herum habe ich eine kleine Wildblumenfläche eingesät. Diese keimte zunächst hervorragend. Jetzt sehe ich aber kaum noch was...

Die Schnecken waren wohl auch dort am Werk.
Um die Wildbienennisthilfen herum schwirrt es vor lauter raupeneintragenden Solitärwespen und Schmalbienen. Ich kann verkünden, daß die großen Durchmesser keineswegs nur von Mauerbienen belegt werden. Auch die großen Solitärwespen sind dort zugange. Wir werden wirklich neue Nisthilfen zusätzlich aufhängen müssen nächstes Jahr, denn die Nachfrage scheint riesig. Man kann über die Nisthilfen denken, was man will. Hier bei mir habe ich ein gutes Gefühl. Nur wo genug Wildbienen sind, finden sich auch Räuber wie der Zottige Bienenkäfer ein, den ich neulich fotografieren durfte.
Auch die Kuckucksbienen sind mir willkommene Gäste, denn sie gehören zum Kreislauf mit dazu. Gibt es ihre Wirte nicht mehr, sterben auch sie aus. Ich glaube, wenn man weiß, was man tut und die richtigen Plätze zum Anbringen der Nisthilfen hat, drauf achtet, daß sie vor Mittagshitze und vor Regen geschützt sind und natürlich für Nahrungspflanzen sorgt, können die Nisthilfen gute Dienste leisten. Wenn sich große Populationen aufbauen und davon ein kleiner Teil ihren Gegenspieler zum Opfer fällt, ist es so, wie es sein sollte.
Zum Schluß noch ein Appell an alle, die noch einen Platz im Schatten oder Halbschatten für einen heimischen Strauch haben: setzt einen Faulbaum. Da ist bei mir im Moment, wenn nachmittag die Sonne in die Krone fällt, der Bär los. Von der Fliege über die Wildbiene bis zur Hornissenkönigin auf Beutezug ist dort alles zu sehen!! Der Großstrauch kann auch sonnig stehen, wenn genug Bodenfeuchte vorhanden ist. Für kleines Geld wurzelnackt erstehen, setzen, angießen, wenig drum kümmern und sehr bald kommen die ersten Blüten.
