Gestern gab es mal wieder einen beeindruckenden Nachweis darüber, WIE wichtig Naturgärten für die Artenvielfalt sind. Wir waren eingeladen bei einem Mitglied unseres kleinen Streuobstwiesenvereins... er hat ein Häuschen in grüner Stadtrandlage mit kleinerem Garten. Der Vorgarten ist größer als viele andere Mini-Vorgärten. Unten an den wilden Garten schließen Felder und Wiesen und ein Naturschutzgebiet an, die Aussicht ist unverbaubar.
Es gibt keinen Teich, aber viele Bäume und Sträucher, gleichzeitig viele besonnte Stellen, wo auch hohe Gewächse wie Herzgespann oder Wilde Karde zu sehen sind. Fast alles darf sich aussamen. Beerensträucher, Obstbäume und ein paar Kräuter sind vorhanden, jedoch keine Gemüsebeete. Von tiefem Schatten über Halbschatten bis Sonne pur ist auf dem kleinen Grundstück alles vertreten. Nicht-Ökos staunen zunächst und sagen: "HIer ist es aber wild und zugewachsen!" Das heißt, sie sind erst einmal mehr oder minder irritiert. Es ist halt kein Garten im klassischen Sinne, die Rasenfläche fehlt und es gibt weder Edelrosen noch Kirschlorbeer oder Deko-Krimskrams. Ein paar verschlungene Wege im Hanggrundstück sind einfach reingemäht worden.
Unser Bekannter kartiert seit mehreren Jahren alle Tiere, die im Garten vorkommen (mit Foto!), darunter fällt alles ab 2 mm, was man also mit bloßem Auge noch erkennen kann.Vom Dachs bis zu kleinen Spinne ist alles in seinen Unterlagen gesammelt und er hofft weiterhin auf noch noch nicht erfaßte Spezies.
Bisher hat er über 1300 Insekten/Tierarten erfaßt!! Und das auf relativ kleiner Fläche, es ist sehr beeindruckend. Seine Aufzeichnungen beweisen, daß eine kontinuierliche Beobachtung und Erfassung über Jahre hinweg sehr, sehr wichtig sind und man neue Erkenntnisse gewinnen kann.
Laßt uns alle weitermachen und unsere Gärten weiterhin im Sinne der Biodiversität, des Arten- und Klimaschutzes pflegen - es lohnt sich und wird angesichts der extremen Wetterlagen immer wichtiger!!
