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Re: [Weg 03/2026] neuer Hortus - Hortus Animae

Verfasst: Sa 27. Jun 2026, 12:34
von tree12
https://www.naturadb.de/portraits/ralf- ... #interview

Hier ist Ralf Dahlheuser, ein höchst engagierter Kämpfer für unsere Insektenwelt. Er ist grundsätzlich gegen Nisthilfen für Wildbienen, egal, ob große oder kleine. Ich kann seine Bedenken nachvollziehen, gehe aber nicht überall konform mit ihm.

Bei mir im Viertel ist es keineswegs so, daß in jedem zweiten Garten die tollsten Wildbienennisthilfen hängen würden.. ganz im Gegenteil, ich glaube, ich bin hier allein auf weiter Flur und alle holzbewohnenden Wildbienen und Solitärwespen stürzen sich auf meine Nisthilfen. Im Augenblick geben sich Wespen die Klinke in die Hand, die gelähmte Raupen in ihre Gänge eintragen, sie benötigen Löcher mit 6 mm. In meinem Vorgarten steht eine ausgewachsene Aprikose, also nur ein paar Meter weg von den Nisthilfen. Diese Wespenart wird also bei mir immer Raupen absammeln können.

Auch bin ich seit Jahren bemüht, das Frühblüherangebot ständig auszubauen. Wobei Ralf Dahlheuser und auch Berthold Daubner von Renture Garten immer wieder betonen, wie wichtig Gräser im Naturgarten sind. Wir müssen nicht nur an Blüten und Pollen und Nektar denken, sondern auch an alle anderen Insekten, die von Gräsern und krautigen Pflanzen leben. Diese sind in der Überzahl!! Wir versorgen gerne Hummeln, Honigbienen und Mauerbienen mit Blüten, weil unser Auge wahrnehmen kann, wie diese Fluginsekten unsere Blütenpflanzen nutzen. Im verborgenen spielt sich aber noch viel mehr ab und dahin müssen wir kommen: mehr Totholz, mehr Laub, mehr Süßgräser, mehr Schatten, mehr krautige Pflanzen für unsere Gärten!

Ich persönlich werde die Durchmesser von 8 mm und größer nicht mehr explizit in neuen Nisthilfen anbieten, da bin ich ganz bei Ralf Dahlheuser. Nicht die Mauerbienen müssen zwingend unterstützt werden, sondern eher die kleineren Bienen- und Wespenarten.

Gute Literatur vom Wildbienen-Papst Paul Westrich, sein Buch "Die anderen Bienen".