Ich habe einen elektrischen Leisehäcksler, der ist wirklich nicht so laut. Den empfinde ich nicht als große Geräuschbelastung, zumal ich den auch nicht täglich benutze.
Aber bisher ist mir noch nicht klar geworden, wozu man einen Gartenhäcksler braucht.
Ist doch gut, dass ihr keinen Gartenhäcksler braucht...ich bin in den letzten Jahren auch gut ohne ausgekommen. Es hat sich aber vieles verändert, die Art und Weise meiner Kompostwirtschaft, der Blick auf den Humusaufbau ( in Ertrags- als auch Pufferzone ) hat sich verändert UND ich bin auch älter geworden.
Einen Gartenhäcksler braucht man nicht zwingend, aber es ist für mich auch nicht widersprüchlich zum Gartenkonzept. Auf deine Frage einzugehen, fühlt sich allerdings gerade etwas wie " mich zu rechtfertigen" an, aber da ich selbst dieses Thema angestoßen habe, möchte ich mich auch erklären....
Gefährdung von Kleinstlebewesen durch Häckseln...ja, das passiert. Wir kommen leider immer wieder an einen Punkt, wo wir abwägen müssen, welche Entscheidungen wir tragen können. Jeder Eingriff in die Verkompostierung, Schichtung/ Lagerung der Materialien hat Auswirkungen auf irgendwelche Kleinstlebewesen, auch die Zugabe von Schnellkompostern wie Hefe und Zucker. Sobald das Milieu oder die Umgebung verändert wird, geht es um Fressen und Gefressen werden.
Es kommt darauf an, welche Ziele man anstrebt...ob man den braucht oder nicht, ist eine Entscheidungsfrage.
Wir werden als Gärtner ja auch älter und manche von uns sind gesundheitlich angeschlagen. Das Thema würde von daher vielleicht sogar besser in die Rubrik " altersgerechter Garten" passen.... für mich ist es AUCH ein Hilfsmittel.
Weil ich teilweise Phasen habe, in denen meine Hände schmerzbedingt keine Schere mehr benutzen können. Ich erzähle das nicht gerne, aber ich bin gesundheitlich angezählt, leide unter einer Autoimmunkrankheit. Aus diesem Grunde suche ich nach Möglichkeiten, meinen Garten trotzdem selbstständig (ohne fremde Hilfe) weiter bewirtschaften zu können. Gelingt mir das nicht, werde ich auf Dauer Teile des Gartens aufgeben müssen.
Für meine Kompostwirtschaft innerhalb von vorgegebenen Größen ( Behältern etc) musste ich in der Vergangenheit Materialien per Hand zerbrechen und/ oder per Schere zerkleinern, damit die Zersetzungsvorgänge schneller vonstatten gehen konnten. Alles in allem sehr Kräfte und Zeit zehrend. Ich möchte schneller zu humosen Kompost kommen für meinen Pflanzen - und Gemüseanbau. Aufgebrochenes Material kann von unseren Kompostmitarbeitern schneller zersetzt werden.
Die Bedeutung für die Nährstoff- und Wasserversorgung durch Humus für unsere Pflanzenwelt und somit auch für unsere Insekten hat für mich einen höheren Stellenwert bekommen.
Neben Benjeshecke, Ast- und Totholzhaufen, die ebenfalls ständig gefüttert werden ohne Zerkleinerungsmaßnahmen ( in meinem Garten fällt sehr viel Material an), habe ich meine Kompostwirtschaft umgestellt, da ich auch irgendwie meine Hochbeete gefüllt bekommen muss. Ich möchte kein fremdes Material von Außen zukaufen und die klimatischen Verhältnisse bedingt durch den Klimawandel haben auch Einfluss auf die natürliche Verkompostierung. Wenn kein Regen fällt, entsteht in natürlichen Haufen aus nicht verkleinertem Gartenmaterial zu wenig Kompost, den ich umsetzen kann.
Wer seine Hochbeete selbst füllt, weiß wie lange es dauert, bis eine stabile lebendige Füllung entsteht, die ihre Struktur behält ohne ständig abzusacken.
Und ich benötige ständig Häckselgut für meine gemulchten Wege ...das benötigte Material muss ja auch klein gemacht werden.
Ein Häcksler ist ein Hilfsmittel, durch das man Kraft, Zeit und Energie spart. Verurteilt man den Einsatz ? Kann man machen, muss man aber nicht....
