Hortus locum potestatis

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  • Beitrag veröffentlicht:16. Juni 2022
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Das 2.200 Quadratmeter große Gelände wurde bis 2018 als Kuhweide genutzt.

Ein kleiner Bach säumt am unteren Ende das L-förmige und leicht abschüssige Areal.

Dort stehen große Erlen, die Schatten spenden.

Dieser Standort eignet sich für Bärlauch, Mädesüß und Waldmeister.

Hier ist der Boden so tonhaltig, dass ein kleiner Teich allein durch die Einleitung des Regenwassers einen sehr stabilen Pegel hat.

Dort leben Libellen und zwei junge Ringelnattern konnten wir auch schon beobachten.

Am Teich stehen vier Kopfweiden, Wasserdost und Jakobsleiter.

Hier sollen weitere einheimische Pflanzen die Vielfalt erweitern.

Ein Teil des lehmhaltigen Erdaushubs für den Hausbau wurde zu einem kleinen Berg aufgeschüttet, auf dessen Südseite nun 20 Weinreben wachsen.

Der riesige Ast einer 30 Jahre alten Trauerweide liegt quer über dessen Kamm und wurde zum ersten Totholz-Element.

Circa 200 Quadratmeter in sonniger Lage sind mit einem Staketenzaun und zur angrenzenden Wiese mit einer Art Benjeshecke eingefriedet. Hier liegt der mit Kompost und samenechtem Gemüse bewirtschaftete Nutzgarten.

Über die ehemalige Weide verteilt stehen inzwischen fünfzehn Obstbaum-Hochstämme.

Deren Schnittgut bildete erste Reisighaufen, die sich beständig erweitern.

Unser nächster Plan:

Zu den angrenzenden Grundstücken wollen wir Hecken aus einheimischen Sträuchern pflanzen.

Von dem bereits auf dem Grundstück vorhandenen Faulbaum werde ich Steckhölzer machen und die Wurzelausläufer einer Schlehe umsetzen.

Doch Kreuzdorn, Pfaffenhütchen, Salweide und weitere Arten sollen auch hier die Vielfalt erhöhen.

Wir werden Naturelemente wie Käferkeller, Steinehaufen und Kompost integrieren.

Die Hotspotzone existiert vor dem Haus.

Hier ist es am sonnigsten und auch weniger feucht.

Dort wachsen Rainfarn, Wilde Möhre, Färberkamille, Salbei und Rosmarin.

Schon lange bevor ich von dem Drei-Zonen-Modell und dem Hortus-Netzwerk erfuhr, erlebte ich den Garten als meinen Ort der Kraft – daher der Name Hortus Locum potestatis.

  • Kraftort
  • Susanne Gross
  • 64405
  • Fischbachtal
  • Deutschland
  • 2.200
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