Hortus-Adventskalender – 21. Dezember 2019

Hortus-Adventskalender – 21. Dezember 2019

Weihnachten in Island (von Yorela)

Island – Land der Legenden und des alten GLaubens. Wen wundert es, dass in diesem Land auch die Weihnachtszeit von fantastischen Wesen geprägt ist, die der alten Mythologie entstammen, obwohl das Land schon vür über 1000 Jahren christianisiert wurde. So gibt es zum Beispiel die Legende der “Jólesveinar“, den Söhnen der Riesen Gryla und Leppalúethi:

Als Leppalúethi krank war, musste seine Gattin Gryla auf Nahrungssuche gehen. Dabei brachte sie auch 13 unartige Kinder mit, die sie eingefangen hatte.

Im Laufe der Zeit wurde diese Geschichte abgemildert, aus den Kindern wurden Kobolde, die ab dem 12. Dezember einer nach dem anderen jeden Tag bis zum 24. Dezember die Menschen aufsuchen und ihnen Streiche spielten. Den braven Kindern bringen stecken sie kleine Geschenke in die bereitgestellten Schuhe, an die unartigen werden alte Kartoffeln verteilt. Dieser Brauch ist der Grund, warum es in Island Adventskalender mit nur 13 Türchen gibt. Nach dem 24.12. verschwinden die Jólesveinar (Weihnachtskerle) wieder einer nach dem anderen, bis mit dem Verschwinden des letzten Kobolds am Dreikönigstag am 6. Januar die Weihnachtszeit vorbei ist.

Anhand der Namen kann man schon erahnen, was einem bei dem Besuch des entsprechenden Kobolds erwartet:

  1. Dezember Stekkjarstaur – Schafschreck
  2. Dezember Giljagaur – Schaumschuft
  3. Dezember Stúfur –Knirps
  4. Dezember Þvörusleikir – Löffelschlecker
  5. Dezember Pottasleikir –Topflecker
  6. Dezember Askasleikir – Schüsselschlecker
  7. Dezember Hurðaskellir – Türenknaller
  8. Dezember Skyrgámur – Skyrschlund
  9. Dezember Bjúgnakrækir –Wurststibitzer
  10. Dezember Gluggagægir – Fensterglotzer
  11. Dezember Gáttaþefur – Türschlitzschnüffler
  12. Dezember Ketkrókur –Fleischangler
  13. Dezember Kertasníkir – Kerzenschnorrer

Derselben Legende entspringt auch die Riesenkatze “Jólaköttur“, die angeblich faule Leute frisst: Früher musste bis Weihnachten alle Wolle verarbeitet werden. Wer mithalf, wurde mit Kleidung entlohnt – faule Leute bekamen nichts und mussten die Katze fürchten. Heutzutage ist die Weihnachtskatze auf der Suche nach Kindern, die keine neuen Kleidungsstücke zu Weihnachten bekommen haben oder gar unartig waren, um sie mit Haut und Haar aufzufressen.

Weihnachtsbäume werden heutzutagevom europäischen Festland importiert, früher bauten sich die Isländer ihre eigenen Holzbäume aus Holzstücken, die grün angemalt und mit Kerzen usw. geschmückt wurden, da es auf Island nur sehr wenige Bäume gibt.

Es gab eine Zeit, da wurde am Heiligen Abend die Fernsehübertragung von 17:00 – 22:00 Uhr abgeschaltet! Ungestörte Weihnachten ohne Ablenkung für alle. Ob das heute noch so ist, enzieht sich meiner Kenntnis.

Traditionell gibt es in der Adventszeit “Laufabrauð“, ein aus Mehl und Wasser bestehender Teig, der als flacher und reich verzierter Fladen in Öl ausgebacken wird. Zu Weihnacheten wird oft Schaf/Lamm oder geräucherte Speisen gegessen, der Nachtisch besteht aus einen Reisbrei, in dem eine Mandel versteckt ist. Der Finder der Mandel bekommt ein Extrageschenk. Diesen Brauch gibt es übrigens auch in Dänemark.


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