Hortus-Adventskalender – 08. Dezember 2019

Hortus-Adventskalender – 08. Dezember 2019

Weihnachtsbaum – ja oder nein und wenn ja, welchen?

Ein echter Weihnachtsbaum hat seit einigen hundert Jahren Tradition und gehört vor allem für Familien mit Kindern zum Fest. Allein der Duft eines Naturbaums bringt Menschen die Erinnerung an ihre eigene Kindheit zurück. Ca. 25 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr in Deutschland verkauft, davon stammen ca. vier Millionen aus Dänemark.

Doch  immer mehr Menschen haben ethische Bedenken, denn die Ökobilanz des klassischen Baums ist alles andere als gut. Er wird überwiegend in Mono-Kulturen angebaut, so dass diese Flächen nicht für gesunde Mischwälder genutzt werden können. Meist werden die Bäume mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt, die schädlich für Boden und Grundwasser sind. Hinzu kommt, dass die meisten Weihnachtsbäume ein Wegwerfprodukt sind. Die Bäume werden entweder verbrannt oder an Tierparks und Zoos verteilt.

Etwas besser sieht die Ökobilanz bei Bio-Weihnachtsbäumen aus, die immerhin chemiefrei groß werden. Bäume, die bei der Durchforstung geschlagen wurden und so keine natürlichen Flächen belegt haben, sind noch umweltschonender, allerdings machen sie nur ca. zwei Prozent des Gesamtmarkts aus.

Die nachhaltigste Alternative ist der eigene Weihnachtsbaum im Topf, der jedes Jahr vom Garten ins Haus umzieht. Nicht nur, dass der Baum über viele Jahre genutzt werden kann, auch Transportwege fallen weg.

Plastikbäume sind keine gute Alternative, denn sie werden aus Erdöl hergestellt und dabei kommen zahlreiche Chemikalien zum Einsatz. Viele Plastikbäume werden nach wenigen Jahren unansehnlich, so dass sie weniger lang genutzt werden als ürsprünglich vielleicht geplant war. Das Argument, das mit jedem Kauf eines Kunststoffbaumes das Fällen einer echten Tanne verhindert, die sonst weiterhin das Klima verbessern könnte, ist nicht richtig. Weihnachtsbäume werden eigenes angepflanzt. Sinkt die Nachfrage, sinkt auch die Beforstung mit Tannenbäumen.

Fazit:

Ein Baum mit Ballen, der außerhalb der Weihnachtszeit im Garten sein Plätzchen findet, ist die umweltfreundlichste Variante. Wenn es ein geschlagener Baum sein soll, dann sollte er aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus FSC-zertifizierten Forstbetrieben, Baumschulen oder Gärtnereien stammen und ein BIO-Siegel vorweisen. Denn diese Bio-Bäume BIO-Bäume können nach dem Weihnachtsfest guten Gewissens kompostiert oder zu Wildfutter verarbeitet werden.

Mit etwas Fantasie kann man kann das Zimmer auch mit Zweigen ganz anderer Baumarten festlich schmücken oder sich mit etwas handwerklichem Geschick aus anderen Naturmaterialien selbst einen Baum bauen.


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