Hortus-Adventskalender – 01. Dezember 2019

Geschenkkörbe und Kleingeschenke ohne Plastik (von Yorela)

Advent (lateinisch adventus „Ankunft“). Die Adventszeit verbinden nicht nur gläubige Christen mit Begriffen wie „Besinnlichkeit“, „Nächstenliebe“ und „Freude schenken“. „Freude schenken“ wird oft mit materiellen Gaben gleichgesetzt, zu keiner anderen Zeit des Jahres wird mehr geschenkt als in der Weihnachtszeit.

  • Selbstgebackene Kekse in kleinen Cellophanbeuteln, in denen sich die Weihnachtsbeleuchtung spiegelt.
  • Bunte Hochglanzkartons mit Schleifen, die man dank des eingearbeiten Drahtes zu aufwendigen Kunstwerken formen kann.
  • Wohlriechende Kosmetika in Glas- oder Plastikverpackungen, umhüllt von Pappfaltschachteln, die wiederum von Geschenkpapier umhüllt und obendrein noch mit Kräuselband zugebunden sind.

Alles wunderschön, alles wie gewohnt – nur was hat es mit „Nächstenliebe“ zu tun, wenn wir für ein einziges Fest, dessen ursprüngliche Bedeutung für viele verloren gegangen ist, unfassbare Müllberge durch Geschenkverpackungen produzieren? Wieviel „Nächstenliebe“ beweisen wir, wenn wir massenhaft Ressourcen verschwenden und die ohnehin großen Probleme für die nächsten Generationen noch vergrößern?

„Besinnlichkeit“ bedeutet besinnen, nachdenken, in sich gehen. Wie sehr hat man nachgedacht, wenn man Geschenke doppelt und dreifach umhüllt, nur weil man es durch die Medien und Schaufensterauslagen so gewohnt ist? Ist die „Freude“ des Beschenkten wirklich größer, wenn dieser unnötig viel Müll entsorgen muss?

Aber es geht auch anders! Mit etwas Kreativität und Überlegung lassen sich wundervolle Geschenke zaubern, die verpackungsarm und einzigartig sind. Es sind Geschenke „von Herzen“, nicht „von der Stange“ und sie schenken nicht nur Freude, sondern auch das gute Gefühl, das Richtige zu tun.

Mit Hilfe eines Geschenke-Baukastens ist es ganz leicht, alte Gewohnheiten abzulegen und neue Wege zu gehen. Komponenten aus verschiedenen Kategorien können scheinbar endlos miteinander kombiniert werden und das Ergebnis ist ganz individuell auf den Beschenkten abgestimmt. Wenn man folgendes beachtet, wird aus einem konventionellen ein modernes und zeitgemäßes Geschenk:

Herkunft und Qualität der Produkte und Rohstoffe sind wichtig. Backzutaten und Lebensmittel aus der Massentierhaltung, Gegenstände, die um die halbe Welt versendet werden, Produkte, für die Menschen ausgebeutet werden und sterben – das alles widerspricht der Philosophie des Geschenke-Baukastens. Gelatine, Wurst, gefärbte Wolle, Papierwaren & Co. gibt es auch in nachhaltiger und „humaner“ Version. Es ist etwas mehr Aufwand, aber auch hier gilt: Machen ist wie wollen – nur krasser!

Wie sieht nun so ein Baukasten aus? Das hängt von vielen Faktoren wie z.B. persönlichen Vorlieben, handwerklichem Geschick, Konsumverhalten und Bekanntenkreis ab. Im Laufe der Zeit entwickelt jeder seinen persönlichen Geschenke-Baukasten. Die folgende Aufstellung zeigt nur eine kleine Auswahl dessen, was möglich ist und einzelne Dinge können durchaus mehreren Kategorien zugeordnet werden, denn auch die Verpackung selbst kann beispielsweise das eigentliche Geschenk sein.

Kategorie 1: Selbstgemachte Geschenke

Natürlich sind auch wesentlich aufwendigere Projekte möglich, die aber hier zu weit führen würden.

  • Marmelade
  • Ketchup
  • Kekse
  • Backmischungen
  • Brot
  • Kräuteröle
  • Sirup
  • Kräuter-/Obstessig
  • Likör
  • Kerzen
  • Bilder
  • Kuschelsocken
  • Schals/Tücher
  • Saatmischungen/Saatscheiben
  • Kosmetikartikel
  • Teemischungen
  • Stiftehalter
  • Topflappen
  • Kränze
  • Weihnachtsdekoration
  • selbstgeschriebene Gedichte/Geschichten

Kategorie 2: Gekaufte Geschenke

  • Unverpackte Lebensmittel wie kleine Käselaibe oder ungeschnittene Salami
  • Lebensmittel in Verpackungen aus Glas, Porzellan oder Keramik (Ketchup, Marmelade, Getränke, Senf …)
  • Regional gefertigte Haushaltswaren, Werkzeuge und Dekorationsgegenstände
  • Bücher
  • Gutscheine für nachhaltige Geschäfte (z.B. Unverpackt-Läden)
  • Sinvolle Artikel aus qualitativ hochwertigem Kunststoff und Silikon (Küchenartikel, Elektrokleingeräte, Gefrierdosen …)

Kategorie 3: Verpackungen

  • Alte Kartons und Füllmaterial aus Papier von Paketlieferungen
  • Geschirrtücher, Ponchos, Halstücher
  • Gefrierdosen
  • Papprollen von Toiletten- und Küchenpapier
  • Lebensmittelverpackungen (Flaschen, Schraubgläser, Pappfaltschachteln, Konservendosen …)
  • Einkaufstaschen/kleine Baumwollbeutel für den Obst- und Gemüseeinkauf
  • Tassen, Teller, Schüsseln, Vasen, Gläser
  • Messbecher, Töpfe, Krüge, Backformen
  • Bett-/Tischwäsche
  • Körbe

Kategorie 4: Dekoration

  • weiterverarbeitete Verpackungsmaterialien
  • getrocknete Blüten/Blätter
  • Holzreste
  • Naturmaterialen (z.B. Zapfen, Kastanien, Eicheln, Tanengrün, Nüsse …)
  • Altpapier (Zeitschriften, einseitig beschriftetes Druckerpapier, Zeitungen, Bastelkarton …)
  • Stoffreste

Je besser die Vorbereitung das ganze Jahr hindurch ist, desto größer ist die Auswahl im persönlichen Baukasten. Sehr hilfreich ist es

  • Kartons in verschiedenen Größen zu sammeln
  • Papier-Füllmaterial aus Paketen aufzubewahren
  • Holz- und Stoffreste sammeln
  • Altes Druckerpapier, Zeitungen, schön bedruckte Seiten aus Zeitschriften, Reste von Bastelpapieren und Kalenderblätter nicht wegzuwerfen.
  • Das Jahr über Blüten und Blätter zu trocknen und Naturmaterialien zu sammeln
  • Obst der Saison portionsweise einzufrieren um kreative Marmeladen herzustellen
  • Kräuteröle sowie Obst- und Kräuteressig rechtzeitig anzusetzen
  • Altglas wie Ketchup-/Grillsoßenflaschen, Schraubgläser usw. aufzubewahren
  • Lebensmittelverpackungen zu sammeln (kleine Pappfaltschachteln, Konservendosen, Bastschalen …)

Man benötigt nicht soviel Platz, wie es im ersten Moment scheint. Meist braucht man eher kleinere Kartons und Pappfaltschachteln, viele kann man zusammenfalten, wenn man Kleber bzw. Klebebänder entfernt. Füllmaterialien aus Paketen nehmen geglättet und gefaltet viel weniger Raum ein. Naturmaterialien, Holz- und Stoffreste kann man in kleinen Kartons oder Schachteln platzsparend stapeln. Altpapier für Dekorationen benötigt man nicht in großen Mengen und mit etwas Glück passen kleine Gläser in große. Bekommt man selbst Geschenke, kann man das dafür verbrauchte Verpackungsmaterial auch meist wiederverwenden.

Nach soviel Theorie folgen hier morgen einige Beispiele von Geschenken, die mit dem Baukastenprinzip hergestellt werden können.


zum Diskussionsbeitrag

Kommentare sind geschlossen.