Gewachsener Boden / Grundgestein
@Simbienchen

Gewachsener Boden / Grundgestein

Wenn man Markus Gastl folgt, wird immer empfohlen, den Mutterboden (Ackerkrume) abzutragen, um zu den mageren Schichten zu kommen. Aber jede Region hat einen anderen Untergrund.

Siehe Karte

Bedeutet, nicht ein jeder muss zwingen abmagern und da kommt dann auch die Überlegung mit den vielfältigen Wiesen auf. Wiesen, wie sie noch unsere Eltern und Großeltern kannten. Waren von hiesigen Standort geprägt, mit angepassten Blumen und Gräsern besiedelt. Die Mahd erfolgte zweimal im Jahr, die Pflanzen konnten während der Trocknung zu Heu, ihren Samen verlieren und den Weiterbestand sichern.

Wohnt man als Beispiel in einer Region, wo Löss (Löß) vorherrscht, wie Bsp.: die Oberlausitz oder die Gäuboden um Straubing, so ist dies das Ausgangssubstrat für die ackerbaulich günstigsten Böden weltweit. Wie soll man dort abmagern? Die Lößschichten sind teilweise bis 4m stark.
Ober man wohnt in der Eifel, wo magmatische basenreiche Tuffböden vorherrschen. Oder die Böden rund um Stuttgart oder Leipzig, wo Lößlehm den Hauptanteil bildet. Oder die Gegend um Bremen herum, wo sich Hochmoorboden und sandige Flussablagerungen den Standort teilen.

So kommt man nicht umhin, das die Wiesen einst viel vielfältiger waren, als angenommen. Überlässt man die überdüngte Wiese sich selbst, mäht nur zweimal pro Jahr, fährt das Mähgut ab, statt es liegen zu lassen, stellt sich binnen weniger Jahre wieder eine natürliche Vielfalt ein.

Man kann den Boden auch anders “abmagern”, indem man ca. 5cm kohlensauren Kalk aufbringt und gleichzeitig Drainagegräben zieht, um die Fläche abzutrocknen. Letztendlich muss man gar nicht zwingend abmagern, um mehr Stauden und weniger Gras zu erhalten. Es reicht einen Mangel herzustellen. Das kann Wassermangel, Nährstoffmangel, zu hoher Ph-Wert oder ein saures Milieu sein, am besten Kombinationen davon. Der Zeitfaktor spielt außerdem eine große Rolle. Bei einem der artenreichsten Flächen, dem Kalkmagerrasen ist Trockenheit und der hohe PH-Wert der Motor für eine immense Artenvielfalt.
Das Abtragen des Oberbodens ist enorm Energie aufwendig, führt aber zu einem schnellen Erfolg. Das Aufbringen von Kalk, Sand, Splitt ist deutlich Energie reduziert, dafür dauert es Jahre bis sich ein Erfolg einstellt.

Anzumerken ist übrigens noch der Eintrag von Nährstoffen durch die Luft, bei etwa 50kg Stickstoff pro ha (10.000m²) liegt, verursacht durch Industrieabgase und Industrielle Landwirtschaft.

@Simbienchen

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