Gemeine Feuerwanze – Pyrrhocoris apterus
Feuerwanzen an Strauch-Eibisch

Gemeine Feuerwanze – Pyrrhocoris apterus

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  • Beitrag veröffentlicht:3. März 2021
  • Beitrags-Kategorie:Tiere

Die Gemeine Feuerwanze ist eine Art aus der Familie der Feuerwanzen. Die durch ihre Färbung sehr auffallende Art wird meist nur Feuerwanze genannt, allerdings wird sie auch Volksmund auch als Schuster- oder Feuerkäfer bezeichnet, also irrtümlich für einen Käfer gehalten. Die Tiere leben gesellig, so dass man sie in den von ihnen bevorzugten Biotopen häufig in großer Zahl findet.

Die Gemeine Feuerwanze erreicht eine Körperlänge von 6,5 bis 12 Millimeter. Ihr Körperumriss ist oval, die Oberseite flach, die Unterseite gewölbt. Der recht dicke Kopf ist kaum länger als breit.

Die Art ist durch ihre markante Färbung und Zeichnung fast unverwechselbar. Der Kopf und die Fühler sind schwarz gefärbt. Der Halsschild ist am Rand rot, in der Mitte trägt er einen annähernd rechteckigen, schwarzen Fleck, der oft in einen größeren vorderen und zwei kleinere hintere Teilflecke aufgelöst ist.  Die Unterseite und die Beine sind schwarz. Etwa 5 Prozent der Tiere sind voll geflügelt, bei ihnen sind Vorder- und Hinterflügel vorhanden und erreichen die Spitze des Hinterleibs. Obwohl die Flügel also normal ausgebildet sind, sind die Tiere nicht flugfähig. Diese Feuerwanzen sind laufaktiver und legen längere Strecken zurück, als die 95 Prozent der Tiere mit verkümmerten Flügeln.

Feuerwanzen an Strauch-Eibisch

Die Tiere sind bodenlebend, steigen aber gelegentlich in die Krautschicht oder an Baumstämmen auf. Sie sind Pflanzensaftsauger und saugen an den herabgefallenen Samen. Wichtigste Nahrungsquelle der Art in Europa sind Samen von Linden-Arten. Daneben findet man sie an den Samen von krautigen Malvengewächsen wie beispielsweise Hibiskus, Eibisch,  und Malven, die in großen Teilen des Verbreitungsgebiets ihre Hauptnahrung sind. Eine weitere, oft genutzte Nahrungsquelle sind Samen der aus Amerika eingeführten Robinie. Sie saugen gelegentlich wohl auch an Insekteneiern und toten Insekten. Auch Kannibalismus ist dokumentiert, wobei vor allem ältere Nymphen junge, frisch gehäutete aussaugen.

Feuerwanze an Malve
Die Art entwickelt sich über fünf Larvenstadien.
Man kann häufig Hunderte von Tieren an sonnigen Plätzen oder am Stammfuß von Linden finden. Die Aggregationen werden durch Pheromone zusammengehalten. Durch die Aussonderung von Wehrsekreten, die auch als Alarmpheromon wirken, lösen sich diese aber rasch auf.
Unter gärtnerischen Gesichtspunkten gelten Feuerwanzen als unschädlich, werden aber wegen ihres massenhaften Auftretens manchmal als sogenannte Lästlinge verfolgt. Sie stellen jedoch für die Gesundheit der Pflanzen keine Gefahr dar.
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