Garten Vita Nova

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrag veröffentlicht:20. Juni 2021
  • Beitrags-Kategorie:gartenweg

Kurze Vorgeschichte:

Typisches Berliner Stadtkind, von Natur nicht wirklich viel Ahnung,  kommt vor 6 Jahren unverhofft zu einer Gartenparzelle mit 360 qm “normaler” Gartenkultur, mitten in Berlin.
Ohjeee, was muss nun alles getan werden? Was ist Unkraut und was eine Blume oder ist es gar ein werdener Baum ?

Ich habe meinen Nachbarn Löcher in den Bauch gefragt und  ich muss gestehen, ich habe tatsächlich noch heute Probleme viele Pflanzen zu erkennen.

Mein Mann lehnt sich stattdessen ganz entspannt zurück und sagt: Gärtnern ist Deins und Du sagst mir nur, was ich machen muss. Deswegen schreibe ich auch in der Ich-Form, da mein Mann sich fürs gärtnern wirklich nicht interessiert, aber ganz brav alles ausbuddelt

Vorhanden waren ganz klassisch viele Kirschlorbeeren, Hortensien, Bambus, Schilf, ganz viel Rasen u.v.m. und ein Gewächshaus was als Lager genutzt wurde.

Wir entschieden uns das Gewächshaus auch als ein solches zu benutzen und setzten es erst einmal um, wo es sonnig ist und es folgten recht schnell 4 x große Hochbeete, denn jünger werden wir ja auch nicht.

Nachdem ich quasi ein paar Jahre angelernt wurde, fing ich an, die Natur zu beobachten.

Schnell bekam ich mit, wo sich so gar keine Insekten aufhielten. Einiges buddelten wir raus und ersetzten es mit, wie ich es heute nennen würde, Ertragszonenpflanzen.

Ich beschäftige mich immer mehr mit der Natur,  entdeckte meine Leidenschaft dafür und ließ einiges verwildern.

Wir erfreuten uns an den Tieren, die uns so besuchten ( Brauner Bär, Pfauenauge, Holzbiene, Moschusbock, viele Hummeln und Bienen und unser Hausfrosch, samt jährlich wechselnden  Gespielinnen, Blaumeisen die bei uns jedes Jahr nisten, die Spatzen die bei uns baden uvm). Es war und ist einfach wunderschön zuzuschauen.

Aber wie geht man nun weiter vor?

Ich bat im Juni 2020 um Rat in einer Gartengruppe und dort empfahl man mir die Hortusseite.

Hortus? Was ist das? Ich musste erst einmal googeln. Achsoooo, lateinisch für Garten. Ja, das macht Sinn. Also habe ich mich gleich anmelden wollen.
Es kamen die Fragen…Wie 3 Zonen erklären? Was ist das denn? Gut, man hatte mir zwar das Netzwerk empfohlen, aber hat mich nicht aufgeklärt.
Wieder war googeln angesagt und ich kam logischerweise schnell auf das Buch 3 Zonen Garten. Schwups, war das Buch im Warenkorb und als ich es dann bekam und durchlas, war ich infiziert.

Ich erzählte meinem Mann davon und er fand die Idee gut, etwas für die Natur zu tun.

Als erstes haben wir letztes Jahr gleich  alle Kirschlorbeeren ausgebuddelt.

Ich wurde ein wenig von meinen Nachbarn belächelt, als ich von dem 3 Zonen Prinzip sprach. Ernst genommen wurde ich nicht.

Ein Totholzhaufen wurde angelegt, schon mal ein paar Steine gesammelt und über die Lebensinsel Rieger & Hoffmann Samen gekauft.
Ausserdem habe ich Totholz- mit Sukkulenten bepflanzt.

Ich habe mich mit der NABU in Verbindung gesetzt, in der Hoffnung, sie könnten mir vielleicht speziell für Berlin tolle Tipps geben. Nun, das war leider nix.

Den ganzen Winter habe ich mich nun mit der Planung beschäftigt und mein Mann konnte es schon langsam nicht mehr hören…

Dieses Jahr wurden weitere heimische Samen bestellt, einiges schon vorgezogen, Bäume umrandet und mit den R+H Samen bestückt, zwei große Beete (je 9 qm) freigebuddelt und neu angelegt.
In eines soll ein Schmetterlingsbuffet entstehen und in dem anderen ein Sandarium und ein Bienenbuffet.

Es fehlte nur noch der ungewaschene Sand und auch immer die Zeit, es dann auch wegzuschaufeln.

Im Juni 2021 hatte ich Urlaub und gleich Nägel mit Köpfen gemacht…

6 Tonnen Sand wurden bestellt und angeliefert und von einer Freundin und mir geschippt ( mein Mann musste arbeiten).
Ich sage Euch: Das mache ich nie wieder!

Meine Nachbarn merkten aber, dass ich diese Idee weiter verfolge. Über den Spruch:
Machst Du jetzt aus Deinem Garten eine grosse Buddelkiste, kann ich nur müde lächeln. Nächstes Jahr hoffe ich auch beweisen zu können, dass es auch so funktioniert, wie ich es mir vorstelle…

Die ersten interessierten Gespräche über den Gartenzaun fanden inzwischen schon statt, aber noch ist eben die blühende Vielfalt nicht zu sehen. Ich glaube erst dann kann ich wirklich alle  überzeugen.

Dieses Jahr ist nur noch ein Naturbeet geplant, aber folgen sollen natürlich  noch die Pyramiden ( dazu fehlen mir aber einfach noch Steine), Käferkeller, Naturteich und die Pufferzone soll z.B. noch mit einer Felsenbirne, Benjeshecke und Kornelkirsche bestückt werden.

Es gibt noch soooo viel zu tun und wir sind noch lange nicht fertig.

Durchgelesen habe ich mir jetzt, ob unser Garten auf dem Weg zum Hortus oder sogar schon einer ist und ich glaube…..der Hortus Vita Nova ist schon geboren, muss jedoch noch weiter wachsen…

Wenn ich aber sehe, was wir in einem Jahr schon gestemmt haben, wieviel Herzblut und Körperkraft ich schon in dieses Projekt (wobei, für mich ist es eine Lebenseinstellung geworden) melde ich ihn schon mal als “Garten auf dem Weg zum Hortus” an und hoffe, dass es im nächsten Jahr ein richtiger Hortus wird…

 

  • Neues Leben
  • Andrea Dietrich
  • 12207
  • Berlin
  • Deutschland
  • 340
Zur Werkzeugleiste springen