Garten Nemo

Unser Garten ist schon lange in Familienbesitz und wurde früher kräftig bewirtschaftet was Obst- und Gemüseanbau für unsere familiäre Selbstversorgung angeht. Mein Mann und ich steigen sozusagen gerade in die Bewirtschaftung des Gartens ein, den mein Vater nun schon viele Jahre alleine pflegt. In meiner Kindheit arbeitete die ganze Familie, Oma, Opa, meine Eltern und ich in diesem Garten. Zahlreiche meiner Kindergeburtstage konnten wir Kinder hier über die große Fläche tobend verbringen.

Es findet sich noch ein Apfelbaum der alten Sorte “Ontario” hier, die langsam selten wird. Ein wirklich riesiger Süßkirschenbaum bildet das Herz des Gartens. Er trägt noch kräftig, obwohl er schon so alt ist. Zahlreiche Baumhöhlen bieten brütenden Vögeln Unterschlupf. Der Garten ist in den letzten Jahren etwas verwildert, Totholz darf hier Totholz sein, in den großen Wiesenflächen haben sich viele Zierblumen aus den Beeten ausgebreitet, wie zum Beispiel Primeln in allen Farben. Aber auch Wildblumen von Gänseblümchen über Wiesenschaumkraut und Günsel finden sich en Masse. Der Garten ist umgeben von einem inzwischen über die Jahre völlig verrosteten Zaun, teilweise eingedrückt und durch die Hanglage abgerutscht. Hier kommen allerlei Wildtiere durch die Lücken: Igel, Marder und auch Feldhasen vom darunterliegenden nicht bewirtschafteten Grundstück. Als ich klein war, habe ich mich manchmal auch geärgert, weil die Hasen mir immer die Karotten weggefuttert haben . Der Zaun ist an den meisten Stellen gar nicht wirklich zu sehen, da sich hier viele Haselnusssträucher, Holunder, Pfaffenhütchen, Efeu, Waldrebe und leider auch Brombeeren zu einer Hecke vereinigen. Es gibt noch einen Walnussbaum am Zaun, ebenso wie einen durch einen Sturm umgestürzten, toten Walnussbaum. Hier fühlen sich in unserem warmen, südbadischen Klima die Blauschwarzen Holzbienen wohl. Unser Garten tobt vor Leben: Insekten wie Gottesanbeterin und viele kleine Wildbienen (vorwiegend Lasioglossum-Arten), Waldbrettspiel, Zitronenfalter, Aurorafalter, Vögel aller Art (Rotkehlchen, Zilpzalp, Amseln, Meisen, Mönchsgrasmücken, Star, Buntspecht, Grünspecht u.v.m.) sowie Igel, Eichhörnchen, Marder und Feldhasen fühlen sich hier wohl.

Leider ist der Garten durch seine Lage an einem Hang im Laufe der Jahre sozusagen “in Schieflage” geraten: der Zaun ist abgerutscht, der aus Sandsteinplatten bestehende Weg durch den ganzen Garten ist schief und leicht abgerutscht. Hier gibt es einiges zu tun, Stabilisierung, eventuell an manchen Stellen den Weg ganz zu entfernen und die Steine anderweitig zu nutzen. Steine gibt es im ganzen Garten genug. Auch alte Beet-Begrenzungen aus Naturstein, wie es früher üblich war, gibt es viele. Hieraus lässt sich mit Sicherheit etwas Schönes im Hortus-Sinne bauen!

Ebenso stören mich die verwilderten Zuchtblumen. Sie gefallen mir nicht wirklich und sollen im Laufe der Jahre durch einheimische Pflanzen ersetzt werden.

Als großer Natternkopfliebhaber muss ich natürlich bald dafür sorgen, dass er Einzug in den Garten hält. Auch Kratzdisteln, Wilde Karden, Schwarze Königskerzen sollen nicht fehlen, da ich sie sehr liebe!

Der Garten ist benannt nach meinem geliebten Kater Nemo, der hier begraben liegt. Nemo war für unsere Familie wie ein Kind und hatte eine große Liebe zur Natur. Legendär in unseren Erzählungen der Moment, als er als kleine Katze ein Gänseblümchen entdeckte und voller Hingebung daran schnupperte. Auf seiner kleinen Grabesstelle im Garten wachsen seine Lieblingsblumen. Unser Garten kann aus unserer Sicht nur seinen Namen tragen!

Wir streben auf lange Sicht an, einen Hortus aus dem Garten zu entwickeln. Es wird dauern, da wir beruflich recht eingespannt sind, doch gut Ding will Weile haben!  Eine genaue Planung der Module wird im Laufe des Sommers erst entstehen und liegt noch nicht vor. Zuerst müssen wir nochmal eine Bestandsaufnahme machen. Fest steht bereits, den alten Zaun zumindest teilweise durch eine Benjes-Hecke zu ersetzen. Aus der Beschreibung kann man aber vielleicht erkennen, dass der Garten bereits jetzt beste Voraussetzungen hat und bereits Elemente eines Hortus enthält.

  • Naturgarten, der auch letzte Ruhestätte eines geliebten und jetzt namensgebenden Familienmitglieds auf vier Pfoten ist - zu Lebzeiten ein ausgesprochener Blumenliebhaber!!!
  • Petra Blöchle
  • 77933
  • Lahr
  • Deutschland
  • 1200

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