Garten Insula Urbana

Unser Garten liegt inmitten einer Mehrfamilienhaussiedlung im Münchner Stadtteil Neuperlach. Er ist ein “Abstandshaltungsgrundstück” der Stadtwerke München, das als “Freizeitgrundstück” vermietet wird. Wir übernahmen ihn 2018 von unserem Vormieter. Seitdem sind wir dabei, ihn von einer Rasenwüste in einen Lebensraum zu verwandeln.

Pufferzone: Umzäunt ist das Grundstück an zwei Seiten mit einer Hartriegelhecke, an den anderen zwei Seiten mit Thujen – die Thujen sind bereits alt und werden zum großen Teil auch bleiben müssen. Eine ca. 20 m große Fichte dient als Lebensraum für Tannenmeisen. Ein alter, dichter Efeu rankt an der Garagenmauer des Nachbarn, blüht jeden Herbst und wird von Insekten und Vögeln geliebt. Eine reich tragende Haselnuss beschenkt uns,  Eichhörnchen, Mäuse, Vögel und jedes Frühjahr die Insekten.

An einer Stelle steht als Sichtschutz vor den Nachbarn ein Kirschlorbeer. Diesen wollen wir im Herbst entfernen und an dessen Stelle eine Kornelkirsche pflanzen. Auch werden mehrere kleine Thujen, die vom Vormieter gepflanzt wurden, entfernt. In Planung ist, zwei bis drei der großen Thujen zu entfernen und statt dessen einen Mirabellenbaum zu pflanzen.

Hotspotzone: Nach und nach verwandelte sich der Rasen in Fettwiese. In einem wilden Bereich darf diese über den Sommer wachsen. Mehrere Staudenbeete wurden mit heimischen Stauden bestückt, und an bisher drei Stellen der obere Boden abgetragen und eine heimische Wiese ausgesät. In der Mitte des Gartens legten wir vergangenes Jahr eine Magerbeet an. Noch ist nicht klar, ob unsere Bemühungen mit den Wiesen Erfolg haben werden.

Naturmodule: Da wir laut Mietvertrag nicht tief graben dürfen, legten wir letztes Jahr einen Hochteich an, außerdem eine Steinpyramide und drei Reisig- und Totholzhaufen, in denen Igelunterkünfte aus Ziegel (als Winterquartiersmöglichkeit) integriert wurden. Nachdem wir einen Igel aus dem Tierheim ausgewildert hatten, haben sich mehrere Igel in unserem Garten angesiedelt.

Ein Sumpfbeet wird noch diesen Frühling umgesetzt, ein Käferkeller ist geplant.

Ertragszone: Kurz nach der Übernahme des Gartens legten wir einen eigenen Kompost an, mittlerweile sind es vier Komposte – einer davon besteht aus dem Inhalt der Komposttoilette. Gedüngt wird mit eigenem Kompost, Mulch, Brennesseljauche, Hornspäne, Urgesteinsmehl usw. Gemulcht wird mit Rasenschnitt, Stroh und Schafwolle.

Wir übernahmen den Garten mit einem Apfelspindelbaum und ein paar verholzten Brombeeren. 2019 pflanzten wir einen Holunder als Mittelpunkt des Gartens, außerdem eine Schlehe, und 2021 einen zweiten Apfelbaum. Desweiteren mehrere Sträucher von Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren.

Ein Mittelpunkt des Gartens ist das Milpa-Beet, das jedes Jahr nicht nur hohe Erträge bringt, sondern auch ein interessanter Ort für Insekten ist. Es gibt insgesamt 4 Beete, die in Mischkultur und Fruchtfolge bepflanzt werden.

Unser Garten wurde vergangenes Jahr als “Naturgarten – Bayern blüht” zertifiziert.

  • Garten Insel in der Stadt
  • Sabina Lorenz
  • 81673
  • München
  • Deutschland
  • 550
  • sabina.lorenz@mnet-online.de

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