Garten im Moor

Garten im Moor

Mein kleines Haus auf einem 1760 Quadratmeter großen Grundstück liegt am Rande einer ehemaligen Wochenendhaussiedlung, die wiederum nach dem Krieg auf dem Land eines Bauernhofes gebaut wurde, der inzwischen verschwunden ist. Viele Flurnamen weisen auf Moore und Sümpfe hin, auch der Thörenwald (der Name geht zurück auf “Thor´s Wald”) hinter Feld und Wiese südlich vom Garten ist von Bächen, Gräben, sumpfigem Gelände und Weihern durchzogen. Das Grundstück ist einmal als Garten angelegt worden, aber inzwischen von vielen Fichten, Birken, einer älteren Buche und einigen Kiefern bewachsen, riesige Rhododendren stehen ums Haus, Kirschloorbeer versperrt den Blick… und unzählige versteckte Rosen und Sträucher, die ich nach und nach kennenlerne.

Im Herbst habe ich die drei größten Fichten, eine alte Blautanne, eine Douglasie und eine Schwarzkiefer fällen lassen, die alle dicht am Haus standen und deutlich krank waren, außerdem zwei riesige. mehrstämmige Thujen, die bereits auseinanderfielen. Nun ist viel mehr Licht… es müssen jedoch in zwei weiteren Abschnitten noch etwa 35 (!) Fichten gefällt werden, ich spare gerade drauf! Um erst einmal einen Überblick zu bekommen, habe ich das meiste Holz weggegeben, aber bereits zwei große Totholzhügel errichtet als Sichtschutz, aus einem Teil der Fichten und den inzwischen abgemurksten Kirschloorbeeren und einem Teil der Rhododendren.

Das Grundstück hat die Form eines Geo-Dreiecks. Die längste Seite zeigt nach Norden. Dort habe ich angefangen, eine Pufferzone zu pflanzen: Hainbuchen, Liguster, Goldliguster, Feuerdorn, Eiben, Wilde Birne, eine Kletterrose am Gartentor…

Nach Südosten habe ich 20 Kartoffelrosen, eine gemischte Hecke aus Hainbuchen, Rotbuchen, Liguster, Weißdorn und Mirabelle gepflanzt – hinter dem Zaun gibt es einen schmalen Grünstreifen mit kleingehaltenen Eichen, Faulbäumen, Ginster, auf dem angrenzenden Feld standen früher Pferde, jetzt wird dort seit sechs Jahren Mais gepflanzt, daher ist hier eine breite Pufferzone wichtig…

Die ehemaligen Beete an der Terrasse waren (und sind noch zum Teil) von Efeu überwuchert, darin einige Schätze verborgen: Salomonssiegel, Zitronenmelisse, Steingartenstauden, Maiglöckchen, Waldmeister und andere (Zwiebeln), die ich noch nicht kenne. Aus vielen zerschlagenen Steinplatten, die einmal ein Freiluftschach waren, habe ich dort eine Mauer errichtet und bastle an einem Kräuter- und Blumenbeet, eine Hamamelis ist gerade dazugekommen. Da ist auch ein sehr kleiner Folienteich, der einen Motor, einen Scheinwerfer und eine Springbrunnenanlage enthielt, aber fast völlig mit stinkendem Schlamm und Laub, aber auch mit gelb blühenden Lilien gefüllt war – nach dem Säubern und Wasser-Befüllen (diesmal ohne Springbrunnen) haben dort Molche Eier gelegt, es sind kleine Molchkinderlein herumgepaddelt und eine Libelle kam täglich zu Besuch sowie unzählige Vögel. Ein größerer Teich ist geplant. Es gibt eine Grundwasserpumpe!

Wo ein Sandarium hinkommt mit einer Steinspirale und eine große Kräuterspirale, ist schon geplant, ebenso die Ertragszone – einiges bereite ich auch schon vor, es hängt vieles davon ab, wann ich die Fichten fällen lassen kann.

Dies ist nicht mein erster Garten, aber bisher kannte ich das Hortus-Prinzip noch nicht und freue mich sehr auf die kommenden Gartenjahre und den Austausch hier, den ich sehr inspirierend finde!! :-)

Die Bilder sind aus der Zeit vor dem Bäumefällen…

  • Die ganze Gegend hier ist einmal Moor gewesen...
  • Sabine Weyhe
  • 27419
  • Vierden/Ramshausen
  • Deutschland
  • 1760
  • sabine.weyhe@gmx.de

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