Garten Epilobium

Die Schrebergartenparzelle habe ich 2012 übernommen. Sie liegt in einem zum Teil idyllischen Naherholungsgebiet in Hamburg Niendorf über einer ehemaligen Mülldeponie (1950er Jahre), und diese wiederum wurde auf Wirtschaftsland aus einem trockengelegten Moor angelegt.

Ich habe die Parzelle aus 1. Hand übernommen. Sie war in drei Blöcke aufgeteilt, vorne Hütte, dann Rasen, hinten Acker. Etwas beklemmend war das. Ich hatte keine klaren Vorstellungen, außer der, dass ich wusste, dass ich einen Garten brauche.

Dann stellte ich fest, wie vergiftet alles war. Und dann kamen sieben Jahre, in denen es mehr um Holzbau ging, Asbestentsorgung, Giftstoffe bis hin zu DDT, zentnerweise chemieverseuchte Spanplatten.

Inzwischen verwilderte der Garten. 2016 halfen Nachbarn, das zu reduzieren. Aber die Haufen, die ich angelegt hatte (Kalksandstein-Mauersteine, anderer mineralischer Schutt, Sandhaufen, Holzschnitt, Brombeerranken), brachten Igel, Kaninchen, seltsame und wunderschöne Raupen. Die Vogelfutterstation tut ihr Übriges.

2019 Begann die Suche nach Ideen, wie meine Wünsche in einem konservativem Umfeld umgesetMaster-Holzhaufen, es folgten viel Stunden Recherchen. Dann kamen die Lockdowns, viele Gedankenmauern mussten eingerissen werden. 2020 kamen die ersten Sträucher, 2021 mehr davon sowie die ersten Abschnitte Naturzaun und erste Rodungen, ein Schotterbeet, mehr Sträucher 2022 mehr Rodungen, der erste Abschnitt eines Gemüsebeetes.

Ich plane dieses Jahr begrünbare Schotterwege anzulegen sowie den Master-Holzhaufen mit den Brennesseln etwas nach außen in die Hecke hineinzuverlagern. Außerdem müssen einige im letzten Jahr begonnene Vorhaben noch weiter gebracht werden, wie die Erweiterung der Regensammelkapazität von 1 auf 2,1 kubik, ein Naturzaunabschnitt. Das Keyhole Beet kommt sicher erst nächstes Jahr, in dem auch noch weitere Rodungen anstehen. Noch etwas später kommt der Schuppen weg, der ebenfalls mit Asbest gemacht ist.

Mein Anliegen ist – da vieles, was als Naturmodul angesehen wird, direkt mit dem Verzahnt ist, was entfernt und verändert werden muss, mit Behutsamkeit vorzugehen, aber beharrlich, damit die Tiere, die schon da sind, es wirklich besser haben wenn ich fertig bin.

  • Das Weidenröschen fasziniert mich, ebenso wie viele andere ungezähmte Pflanzen. Die 'Unannehmbarkeit' solcher Pflanzen in der Schrebergartenanlage brachten mich in Bewegung und zu dem Wunsch, einen Hortus einzurichten.
  • Tanya Powell
  • 20357
  • Hamburg
  • Deutschland
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