Garten der Pferde

Ich lebe mit meinem Verlobten, unserem Hund und unseren Pferden gemeinsam auf dem Dietrichhof in der schönen Südsteiermark. Der Wunsch nach Selbstversorgung und einem naturnahen Leben verfolgte uns solange, bis wir 2017 nach einigen Jahren Suche einen kleinen Pferdehof mit altem ruinenhaften Bauernhaus kauften. Für uns war klar: aus dem Boxenstall mit leerer abgegraster Wiese, sollte ein Paradies für Mensch, Pferd und Natur im Einklang werden. Die ersten großen baulichen Schritte erfolgten im Pferdebereich, indem wir den Stall mit 6 Boxen zu einem Offenstall mit Bewegungskonzept nach Vorbild eines „Paddock Trails“ umbauten. Dabei sind mehrere Bereiche durch Laufwege miteinander verknüpft – diese Gestaltung soll die Pferde zu mehr Bewegung anregen. Im Pferdebereich finden sich Schlaf- und Wälzplätze, Aussichtshügel, Heustellen, Knabberäste, Schubberstationen und kleine Spielwiesen. Rund um den Dauerauslauf haben wir ein- und zweireihige Hecken als Pufferzone zu den Weiden angelegt. Allgemein ist der Weidegang der Pferde auf wenige Stunden begrenzt, viel wichtiger ist der ganzjährig gut nutzbare Auslauf für uns. Eine Weide wurde daher recht bald wieder zu einer Streuobstwiese umgewandelt- nur wenige Meter von der Stelle entfernt, wo die Vorbesitzer den alten Bestand gerodet hatten. Insgesamt haben wir dort, wo vorher gähnende Leere war, bisher an die 100 Sträucher und Bäume als Hecken und zukünftige Schattenspender im Pferdebereich gesetzt. Alle Sträucher und Bäume sind heimisch und neben Vögeln und Insekten auch für Mensch oder Pferd verwertbar. An unseren Pferdebereich grenzt ein Stück eigener Wald – unsere Wildniszone, die wir sich selbst überlassen.
Pferdehaltung bietet für mich große Chancen, Naturschutz zu leben und Selbstversorgung zu ermöglichen – ich hoffe, wir können der Welt mit unserem kleinen Hof ein Stück weit Natur zurück schenken.

Der zweite große Bauschritt war die Revitalisierung des kleinen Gründerzeithauses. Auch dabei war uns Nachhaltigkeit besonders wichtig. Mit Stolz können wir sagen, ausschließlich Naturmaterialien und (mit Ausnahme einer Dampfbremse) kein einziges Stück Plastik im Hausbau verwendet zu haben. Unsere Fenster sind Kastenstockfenster nach altem Vorbild, der Putz aus Kalk und die Farbe aus Erde gemischt. Die Terrasse ist seit diesem Jahr von einer 13meter langen Trockenmauer umrahmt, in der hauptsächlich Kräuter und Bienenstauden wachsen. Unser Hof ist zur Straße hin mit einer hübschen Ziegelmauer umgeben – vor diese habe ich mittlerweile vollständig noch eine Reihe an Sträuchern gesetzt. Eine magere Hotspotzone haben wir (noch) nicht, aber einen netten Staudengarten, in dem ich auch gerne Wildblumensamen verteile. Dazwischen liegt seit diesem Sommer unsere erste Steinpyramide und ein Käferkeller. Auch einiges an Totholz hat hier Platz. Mein Projekt für das kommende Jahr wird ein kleiner Teich bei den Beerensträuchern sein. Und meinen zukünftigen Mann davon zu überzeugen, den Rasen nicht mehr so großflächig zu mähen ;-).

In der doch recht kurzen Zeit seit wir hier am Dietrichhof leben, ist der Gemüseanbau etwas auf der Strecke geblieben und ich suche noch nach dem perfekten Platz für meine Hochbeete. Bis dahin baue ich Salat, Tomaten und Paprika im Topf an und meine lieben Nachbarn bringen uns immer wieder Zucchini, Bohnen und co vorbei. Die meisten Dinge, die ich aktuell selbst herstelle, sind aus Obst, Kräutersalze und Tees. In unserer Gemeinde gibt es einen „Stammtisch zur Nachhaltigkeit“ mit vielen liebenswerten Menschen, denen wir all unsere Neulingsfragen stellen dürfen. Das Hortus-Konzept hat mich/ uns auf jeden Fall gepackt und prägt unsere weitere Hofgestaltung immens. Ich freue mich, Teil dieses Netzwerks sein zu dürfen!

  • verdeutlicht das intensive Zusammenleben mit unseren Pferden
  • Martina Frei
  • 8471
  • Strass in Steiermark
  • Österreich
  • 9.000
  • martina.frei@gmx.at

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