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Woher kommt eigentlich diese weitverbreitete Abneigung gegen "Unkräuter"?

Überall findet man sie, die Tipps und Ratschläge, wie man Unkraut bekämpft und vernichtet. Niemand möchte es in den Beeten haben...

Dabei hat doch jedes Kraut seine Aufgabe und Wirkung...und gerade die Vielfältigkeit der Pflanzengemeinschaften lässt einen Garten gesunden. Alle Pflanzen leben miteinander und voneinander. Jede Pflanzengemeinschaft steht in Wechselwirkung mit ihrer Umwelt und profitiert voneinander.

Die Natur macht es uns vor...nirgends in der Natur sind Monokulturen anzutreffen.

Wie handhabt ihr das mit den Unkräutern, den unerwünschten Beikräutern oder wie man sie auch nennen mag...?

Welchen Nutzen und welche Wirkung haben sie?

Lasst ihr sie schon stehen oder zupft ihr sie noch raus ?

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

In den Mager- und Staudenbeeten entferne ich sie und der Ackerwinde hab ich generell den Kampf angesagt, da sie alles erstickt wenn man sie lässt. Aber ansonsten darf wachsen was will.

Wer Pyramiden nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Horteln nicht unter zwei Jahren bestraft.

Ich versuche mich daran zu halten, dass der Naturgärtner nur jätet, was er kennt. Und so lange ich nicht weiß, was ich vor mir habe, darf es erst mal wachsen. So bin ich zwar im Frühjahr auf den Kompasslattich reingefallen, der dann plötzlich alles dominiert hat 😬 , aber andererseits hat mir die Vorgehensweise zum Teil auch schon sehr hübschen Unterwuchs für meine Pufferzonensträucher beschert. 😉

Ackerwinde und Ackerkratzdistel sind bei mir Feindbild Nummer eins. Ansonsten versuche ich in der Ertragszone die Konkurrenz zu meinen Nutzpflanzen klein zu halten. Was außerhalb der Ertragszone wächst wird irgendwann eben abgemäht, auf der Obstwiese dann, wenn Samen abgefallen sind, ansonsten dann, wenn ich Zeit habe.

Ich mach mir da keine großen Gedanken, ob jetzt Brennnesseln, Giersch oder sonst was sich breit macht. Was seinen Platz findet, darf bleiben, wird dann eben irgendwann mal abgemäht. Außer eben in der Ertragszone... Wer bestehen kann, darf bleiben. Auf der Wiese versuche ich die Vielfalt zu erhöhen, indem ich auch mal pflanze oder säe, "aber ansonsten darf wachsen, was will", um Robert zu zitieren.

Vermutlich kam dieser Aufräumwille aus den Nachkriegsjahren. Da ging ja auch viel Wissen verloren. Vorne zupfe ich Birkensämlinge, Berufskraut und die Winde. Hinten wehre ich mich gegen die Übernahme von wilder Brombeere und der Esche, ein Garten voll mit Bäumen ist nichts für mich.

Da lass ich auch die Winde wachsen, so großartig stört sie mich da nicht

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.
Zitat von Malefiz am 26. August 2019, 6:54 Uhr

Vermutlich kam dieser Aufräumwille aus den Nachkriegsjahren. Da ging ja auch viel Wissen verloren. Vorne zupfe ich Birkensämlinge, Berufskraut und die Winde. Hinten wehre ich mich gegen die Übernahme von wilder Brombeere und der Esche, ein Garten voll mit Bäumen ist nichts für mich.

Da lass ich auch die Winde wachsen, so großartig stört sie mich da nicht

Darüberhinaus kommt das wohl auch daher, dass sie dort wachsen, wo man eigentlich was anderes haben will.

Durch die hohe Zahl an Beikräutern, die einfach da sind, gegenüber der niedrigen Zahl an Pflanzen, die man unbedingt haben will, fühlt sich so mancher genötigt, alles wegmachen zu wollen.

Neben dem Ordnungswahn kommt wohl bei vielen auch der Wunsch, dass sich nichts verändern und immer alles gleich aussehen soll. Der Rasen darf nur 10 mm haben, die Hecke 1,50 und die Fugen müssen zu sehen sein. Alles, was dieses Bild stört, muss weg. Nichts darf sich verändern.

Beikräuter stören da vermutlich.

Sei selbst der Wandel, nicht das Rädchen

Ich vermute, wir haben von unseren Eltern oft so eine Angst übernommen, dass uns alles Grünzeug in einem Affenzahn über den Kopf wächst und den Garten komplett übernimmt. Ud obwohl ich es besser weiß, muss ich mit 60 Jahren immer noch manchmal dagegen ankämpfen. Fast schon witzig. Hopfen ist für mich das Grauen und Sauerampfer und Brombeere.

Hopfen würde ich mit Handkuss meiner Thujennachbarin über wachsen lassen, nur vergiften die allen Boden

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Ich vermute, dass viele Menschen einen Plan haben, wie ihr Garten aussehen soll. Sie schaffen also eine leere Fläche, pflanzen das gewünschte an und freuen sich, wenn sie fertig sind. Danach soll alles statisch so bleiben, wie es geplant war. Alles, was das perfekte Bild stört, wird entfernt. Funktioniert auf Dauer aber nicht gut bzw. ohne großen Aufwand, denn die Natur befindet sich immer im Wandel.

Ich halte es so: In den Hochbeeten jäte ich, unter Obststräuchern und zwischen den Tomatenkübeln halte ich die Pflanzen etwas kürzer. Wie Tillivilla jäte ich im übrigen Hortus nichts, was ich nicht kenne. Und das, was ich kenne, darf größtenteils bleiben, solange es nicht alles andere "platt macht". Zur fanatischen Jätmaschine werde nur bei invasiven Pflanzen, bei uns ist z.B. die Silberblättrigen Goldnessel ein großes Problem.

hätte ich die Möglichkeit bei 0 anzufangen, ohne diese Außen-herum-Probleme hier, würde ich den gesamten Mutterboden bis zum Kies entfernen. Da dann sowieso ein großer Bagger (oder Raupe) im Garten wäre, ließe ich es noch landschaftlich strukturieren, in Berg und Tal) und danach den Mutterboden sieben lassen, um große Steine und Wurzeln zu entfernen. diesen dann wieder einführen in zwei drei Hochbeete und gut.

Da ich eh immer Samen sammel und im Garten verliere, bräuchte ich da nicht groß einkaufen. Allerdings hätte ich schon gern ne Steilwand aus Sand, das die kleinen Bienchen Wohnraum finden.

Aber Wunschträume bringen mich hier in "Schneckenreich" nicht weiter. Ich hab schon viel gepflanzt, was auf Niemehrwiedersehen verschwand, ob es nun die FKKs waren oder der Boden - ist Makulatur. Was aufgeht, blüht, darf zumeist bleiben. das einzige Unkraut das hier prima wächst ist Geum urbanum. Dank Hund, Katz und Hosenbeinen (Stoff) ist es leider großflächig aktiv, aber es blüht, lässt sich nicht vertreiben und laut Wiki soll es auch gut sein für:

So wurden pulverisierte Wurzeln dem Malefizpulver zugesetzt, ein Mittel gegen Hexen und Teufel.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

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