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Ungewöhnliches für die Ertragszone

Je nach Lage des Hortus kann es möglich sein, ungewöhnliche Dinge zu setzen.

Zum Beispiel:

Kiwi
Kiwi´s brauchen normalerweise zwei Pflanzen, um fruchten zu können. Wer den Platz dafür hat, es gibt eine große Sortenauswahl. Wer nicht darauf verzichten will, aber weniger Raum dafür bieten kann, kann sich die Weiki in der Garten holen.
Actinidia arguta

Infos zu Weiki, siehe unter: http://www.gartensaison.de/garten/weiki.htm
https://www.br.de/mediathek/video/kiwi-beeren-mini-kiwis-im-versuch-av:5d8e40f31f30060013ba28fa

 

Indianerbanane
Auch die Indianerbanane braucht normal zwei Exemplare, um ebenso, wie die Kiwi, Früchte auszubilden. Auch hier gibt es wenige selbstfruchtende Varianten.
Asimina triloba 'Sunflower'

https://www.br.de/mediathek/video/querbeet-classix-26102018-sauerkraut-indianerbanane-orchideen-zucht-av:5a3c98e1419722001889be59

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Kiwis hab ich zur Überrankung meines Hängerstellplatzes gepflanzt. Sie sind im ersten Jahr schon gute 30 cm gewachsen. Bin auf die Entwicklung im nächsten Jahr gespannt.

Wer Pyramiden nachmacht oder verfälscht oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Horteln nicht unter zwei Jahren bestraft.

Sagt mal, wie seht Ihr das mit der Pflanzung von nicht heimischen Pflanzen in der Ertragszone? Ich bin zunächst echt erstaunt, dass Kiwis bei Euch wachsen. Aber gehören die in einen Hortus? Kommen doch ursprünglich aus China und haben uns über den Umweg Neuseeland gefunden.

Also ich weiß nicht, ob Markus Kiwis setzen würde, aber in der Ertragszone ohne Tomaten, Kartoffel, die ja bekanntlich vom amerikanischen Kontinent stammen, würde der Speiseplan, nur aus heimischen Gewächsen bestehen, wären wohl Kohl in verschiedenen Varietäten das Hauptgemüse.

Wenn man sich dort genauer auskennt, (ich nicht), dann sind einige Sachen nicht bei.

Andererseits, war das Artenspektrum vor der letzten Eiszeit hier wesentlich höher, hab ich gelesen und diese Vielfalt ist noch nicht wieder erreicht. Pfirsiche kamen aus China über Persien zu uns, die Weinreben wuchsen auch zunächst in Persien und wurden mit den Römern hier eingeführt.

Aubergine, Zucchini, Paprika sind bestimmt aus irgendwo eingewandert. In der Ertragszone darf wachsen, was du gerne isst, was sich gut verarbeiten lässt. Oder was man über den Winter dort auch liegen oder stehen lassen kann. Manches aus dem Ertragsbereich bringt man in der Pufferzone unter, weil Baum oder Strauch, oder weil es alles überrankt.

Zudem der Großteil der Gemüse und manches Obst keinen invasiven Charakter hat. Die einen werden über Stecklinge vermehrt, die anderen aus Samengewinnung. Und vieles kann sich hier auch nicht vegetativ vermehren, weil unsere Winter bisher vielen zu kalt waren.

Auch, denke ich, in der Ertragszone kann man experimentieren, was unser Klima erträgt. Viele Kräuter sind ja auch aus dem mediterranen Raum über die Alpen zu uns gezogen. Mein Fazit, ja man kann in der Ertragszone fremdländisches anpflanzen, weil der Charakter der Übernahme fehlt.

Andersherum, Kai, liste doch bitte auf, was heimisch ist und wie wenig groß dann die Auswahl hierfür wäre.

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

In der Ertragszone sind nicht-heimische Pflanzen ausdrücklich erlaubt. Sonst hätten wir wirklich nicht viel zum Anbauen.  Wäre doch total schade.

Das mit den fremdländischen Pflanzen in der Ertragszone finde ich persönlich noch aus einem anderem Grund einen tollen Ansatz. Beim Hortus-Prinzip geht es ja immer auch darum nachhaltige Kreisläufe zu initiieren.
Statt jetzt importiertes Gemüse zu kaufen, aus dem eigenen Garten ernten, ist natürlich ökologisch sinnvoller.
Außerdem finde ich es auch eine gute Erfahrung, dass man auch exotische Geschmäcker aus dem eigenen Garten haben kann. Oft ist es dann seltener oder in kleineren Mengen verfügbar als im Supermarkt oder es hat ein etwas anderes Aroma (z.B. diverse Kräuter mit Zitronenaroma statt Zitronen). Aber wenn man damit mal bewusst umgeht, habe ich bei mir zumindest zwei Effekte festgestellt:

  • Mir fehlt das "exotische Lebensmittel" nicht, habe ja Ersatz im Garten.
  • Dafür ist die Freude höher. Selten und / oder selbst gemacht sind einfach Wert steigernd.

 

Dieser Planet hat das Potenzial ein Paradies zu sein!
Zitat von Annika am 8. Oktober 2019, 7:43 Uhr

In der Ertragszone sind nicht-heimische Pflanzen ausdrücklich erlaubt. Sonst hätten wir wirklich nicht viel zum Anbauen.  Wäre doch total schade.

Das mit den fremdländischen Pflanzen in der Ertragszone finde ich persönlich noch aus einem anderem Grund einen tollen Ansatz. Beim Hortus-Prinzip geht es ja immer auch darum nachhaltige Kreisläufe zu initiieren.
Statt jetzt importiertes Gemüse zu kaufen, aus dem eigenen Garten ernten, ist natürlich ökologisch sinnvoller.
Außerdem finde ich es auch eine gute Erfahrung, dass man auch exotische Geschmäcker aus dem eigenen Garten haben kann. Oft ist es dann seltener oder in kleineren Mengen verfügbar als im Supermarkt oder es hat ein etwas anderes Aroma (z.B. diverse Kräuter mit Zitronenaroma statt Zitronen). Aber wenn man damit mal bewusst umgeht, habe ich bei mir zumindest zwei Effekte festgestellt:

  • Mir fehlt das "exotische Lebensmittel" nicht, habe ja Ersatz im Garten.
  • Dafür ist die Freude höher. Selten und / oder selbst gemacht sind einfach Wert steigernd.

 

Und ich möchte deine Effekte- Liste noch ergänzen, Annika

  • man erspart Verpackungen und reduziert Müll
  • der Weg in den Garten wird per pedes zurückgelegt und vermindert die Fahrten mit dem Auto zum Einkauf
  • man hat sogar teilweise eine ertragreiche Ernte und kann noch andere damit beschenken...
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Ich habe zum Beispiel Feigen im Hortus, die ebenfalls nicht heimisch sind, mittlerweile aber durch die Klimaveränderungen auch in unseren Gefilden überleben.

Echte Feigen stammen ursprünglich aus Persien, von wo aus sie sich im gesamten Mittelmeerraum und in Kleinasien verbreitet hatten.

Feigen, die man im Handel kaufen kann, sind meistens derart behandelt, dass man als Allergiker die Feigen mit Schale nicht mehr ohne Probleme essen kann. Zumindest wir nicht! Unsere eigenen Feigen verzehren wir mit Schale und haben keine Probleme mehr mit allergischen Problemen nach dem Verzehr.

Ebenso habe ich zwei Granatapfelsträucher in meine entstehende neue Obst- Pufferzone gepflanzt, die ihren ersten Winter überstanden haben. Wenn das klappt, dann brauchen für uns keine Granatäpfel mehr mit dem Flieger transportiert werden.

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Das mit der behandelten Schale hab ich gerade erst am eigenen Leib erfahren. Obwohl ich die Feige wirklich gut abgespült und abgerieben habe, waren meine Lippen fast zwei Stunden lang leicht taub. Ich will garnicht wissen, was ich da abgekommen habe. Feigen und Kiwis stehen bei mir in der engeren Wahl - ich weiß aber noch nicht, wann und wofür ich mich entscheide.

Zitat von Yorela am 8. Oktober 2019, 15:46 Uhr

Das mit der behandelten Schale hab ich gerade erst am eigenen Leib erfahren. Obwohl ich die Feige wirklich gut abgespült und abgerieben habe, waren meine Lippen fast zwei Stunden lang leicht taub. Ich will garnicht wissen, was ich da abgekommen habe. Feigen und Kiwis stehen bei mir in der engeren Wahl - ich weiß aber noch nicht, wann und wofür ich mich entscheide.

Laut der FB-Gruppe die sich rein um Feigen dreht, sind in NRW einige, wo man sich Fexer machen kann. Sprich, die sind dann selbstfruchtend und Klimagewöhnt. teil muss man fragen, ob man abzweigen darf, teil wachsen sie direkt an der Straße

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Da ich mich mit Gemüse komplett das Jahr über selbst versorge (bis auf die Mo-Fr-Kantine am Mittag), brauche ich eine große Vielfalt an besonderen Leckerlis im Garten, sonst ist es langweilig. Außerdem macht das einfach Spaß. Ich habe getestet / baue an:

  • Minikiwis (Actinidia arguta) Kens Red, Weiki, Julia: Hatte erst letztes Jahr Ertrag, sind aber lecker und tragen dieses Jahr trotz Spätfrostschäden
  • Die großen Kiwis in vier Sorten: Sind zickig und hatten noch keinen Ertrag. Außerdem ringeln die Katzen den Hauptstamm gerne :-(
  • Unterschiedliche Physalis (Tomatillos, Andenbeere, Ananaskirsche): Erstere sind anspruchsvoll und nur in warmen Jahren ertragsreich, die anderen lohnen sich wirklich. Die versamen sich auch recht gut und keimen im Garten zuverlässig, aber bei der Anzucht im Januar im Töpfchen ist die Keimung schwierig
  • Litschitomaten: Stachelige Biester, aber im Kübel einfach zu ziehen und lecker
  • Erdnüsse: Spielerei, aber klappen gut und ich liebe die Dinger einfach!
  • Sauerklee: Immer lecker im herbstlichen Gemüse, kann ich nur empfehlen
  • Kiwano: Saulecker, gedeihen im Kübel zusammen mit Honigmelonen. Kiwano wachsen hoch am Zaun zur Nachbarin, Melonen hängen raus.
  • Knollige Kapuzinerkresse: Wächst gut, schmeckt widerlich - weitere Tests habe ich unterlassen
  • Topinambur und Yakon: Wachsen gut, zweiteres ist auch recht lecker. Aber das Inulin in beiden macht mich zur wandelnden Biogasanlage, da bin ich nicht mehr gesellschaftstauglich. Der vielzitierte Gewöhnungseffekt ist bei mir nicht aufgetreten, bei meiner Frau ebenfalls nicht.
  • Süßkartoffeln hängen aus meinen Hochbeeten und bringen guten Ertrag. An der Lagerung inkl. Curing arbeite ich noch, die 6-7kg/Jahr kann man zu zweit nicht in 4 Wochen essen. Aber einfrieren geht notfalls auch.
  • Indianerbananen habe ich auch zwei (Sunflower + Shenedoah). Erstere hat dieses Jahr nach 7 Jahren Standzeit die ersten Früchte. Wie sie schmecken - ich werde berichten. Hübsch anzusehen sind die Bäume aber leider sauteuer. Derjenige, der die Veredelung hinbekommt und sortenrein verkaufen kann hat ausgesorgt.

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