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Terasse, Garten und Anhangs-Hortus?

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Hallo zusammen,

nachdem ihr mir so viel und lieb mit meinem Anhangs-Beet/Lichtschacht geholfen habt wollte ich nun auch mal den Teil vorstellen, der tatsächlich zu meinem Garten gehört.

Ich habe eine ca. 12qm Terrasse + 8qm Beet in Südlage, wobei direkt dahinter eine Baum- und Buschreihe kommt, wodurch es relativ Schattig ist. Sonneneinfall erfolgt vor allem von Westen (rechts auf den Bildern) für ca. 3h am Nachmittag.
Auf die Hortus-Idee bin ich erst vor ein paar Wochen gestoßen, ich bin gespannt, was sich davon auf kleinem Raum umsetzten lässt. Eine strickte Trennung von Ertrags- und Pufferzohne ist nicht wirklich möglich, aktuell ziehe ich Kürbis, Gurke und Brombeere am Zaun, nach Westen soll der Zaun unbewachsen bleiben, um für ausreichen Lichteinfall zu sorgen. Wie das nächstes Jahr wird, ist noch nicht ganz klar, aber das hochranken der Gemüsepflanzen ist eigentlich echt praktisch und platzsparend. Im Zaun hängen mittlerweile ein paar Zweige und grade im Kürbis landen die Vögel ganz gerne.

Eingezogen bin ich im Juni, viele Pflanzen hab ich geschenkt bekommen und einiges direkt ausgesäht. Aktuell blühen die Kürbisgewächse, Scabiose, Rotklee, Borretsch, Löwenmäulchen, Dost, Oregano, Hornveilchen, Koriander, Dill, diverse Erdbeeren, Basilikum und der Blutweiderich unter dem Vogelbad. Ein paar Hummeln schauen regelmäßig vorbei, außerdem viele Schwebefliegen und, seit die Kürbise blühen, auch diverse Honigbienen.
Für den Spätsommer werden hoffentlich die Sonnenblumen, Ringelblumen und Winterbohnenkraut für etwas Nektarangebot sorgen.
Das Vogelbad wird vor allem von Maisen, Amseln und Rotkehlchen genutz, den Amseln gefällt auch das Rindenmulch unheimlich gut, das kann man so schön umbuddeln und nach Insekten suchen!

An Nutzpflanzen wachsen außerdem bisher Kräutern, Mangold, Salat, eine Himbeere, drei etwas mickerige Fenchel und Tomaten. Für die Tomaten ist es wohl zu schattig (2-3h Vollsonne), sie tragen Früchte, aber nicht sehr viele. Ich bin gespannt, ob man da mit optimalen Sorten noch was rausreißen kann. Wenn da jemand Sorten-Tips hat nur her damit!
Nach den Regenfällen der letzten 3 Wochen ist hier ziemlich viel Mehltau unterwegs, darunter leidet vor allem die Zucchinie, die einen Kräftigen Rückschnitt bekommen hat. Außerdem hab ich sie mit Backpulverwasser besprüht, das hat auch etwas geholfen.

Direkt hinter meinem Garten ist eine Feuerwehrzufahrt die (zum Glück bisher) nicht befahren wird und auf deren Rasengittersteinen eine relativ artenreiche Kräuter-Gras-Wiese wächst. Daran grenzt ein kurzer Erd-Streifen, den ich nach Rücksprache mit dem Hausmeister gestalten darf.
Zur Wiesen-Abgrenzung sind da direkt ein paar Totholz-Stücke gelandet, auch ein kleiner Asthaufen entwickelt sich langsam. Der Bereich ist relativ schattig und trocken, probehalber wachsen dort jetzt Frühsommeranemonen, Storchenschnabel, Zitronenmelisse, Waldrebe, Mauerpfeffer und Dost, mal sehen, was sich hält. Ist es sinnvoll, auch einen Teil der Erde Blank zu lassen?
Am einen Ende entwickelt sich gerade ein kleiner Steingarten.
Hinter dem "Erdstreifen" und dem Zaun liegt eine Reihe von Bäumen und eine Hecke, die zu einem Reiterhof gehören. Die Lage ist fürs Ruhrgebiet erstaunlich ländlich. In den Bäumen hier sieht man regelmäßig Maisen, Krähen, Elstern, Rotkehlchen, Kleiber, Eichhörnchen, Dompfaffen, Baumläufer, Spechte und ab und zu ein kleiner Raubvogel (Habicht?). Für mich ist die Wohnung ein absoluter Glücksgriff

Die Fotos kommen gleich sperat vom Handy.
Wenn ihr Anregungen und Tipps oder Pflanzvorschläge habt, freue ich mich darüber sehr!

Mein Kerngarten 1

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Kerngarten 2

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Gegenüber

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Na dann auch mal offiziell herzlich Willkommen von mir! 🙂

Finde ich stark, dass du erst im Juni eingezogen bist und schon mit dem Hausmeister abgecheckt hast, was du außerhalb deines eigenen Bereichs noch gestalten darfst! Weiter so! 😁👍

Bei deinen Fotos habe ich mir sofort gedacht, dass das Wildpflanzen-Topfbuch von Reinhard Witt doch was für dich sein müsste! Kennst du das zufällig schon? Ich habe es gerade fertiggelesen und bin jetzt wild entschlossen, nächstes Jahr auch mit Töpfen und Trögen loszulegen! 😆

Hallo Lena, toll, es wirkt ja schon ganz schön voll und grün bei Dir. Das gefällt mir sehr gut! Vielleicht hast Du ja auch noch Lust, ein paar Töpfe an den Zaun zu hängen? Vertikale Flächen können bei kleinen Flächen auch gute Wirkung zeigen...

Servus Lena,

deine Pufferzone ist die Hecke außerhalb von der Begrenzung durch Zaun , somit hast du genug Platz für Hotspot und Ertrag. Gefällt mir gut, dein Kleinod

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlaß der Zeit.

Hallo Lena,

ich finde es auch ganz toll, zu sehen, das dort auf kleinem Raum schon so viel Vielfalt wächst

Du hast ja schon eine dich umgebende Pufferzone, dadurch dass es rundherum mit Bäumen und Sträuchern bewachsen ist. Das zählt dann mit! Also kannst du dich auf Ertragszone und Hotspot-Zone konzentrieren. Ich würde auch den Lichteinfall nicht einschränken, so wie du es schon richtig eingeräumt hast. Bei so wenigen Sonnenstunden, die du am Tag hast, sollte man der Sonne auch nicht ihren Weg versperren.

Der kleine Steingarten, der gerade in der Entstehungsphase ist, liegt der sonnig? Das könnte dann dein Hotspot werden.

Offene Flächen werden von bodennistenden Bienen gerne angenommen, wenn sie trocken und warm liegen. Bei mir nisten sie z.B. gerne seitlich von Lehmhügeln oder unter dem Dachvorsprung in der Wiese.

Deine Idee, den Zaun als Rankhilfe und zum Anhängen von Hängetöpfen zu benutzen, finde ich auch sehr gut. Hängeerdbeeren würden dort sicher auch gut gedeihen.

Um deine Pflanzen und Gemùse auf Dauer mit Nährstoffen und Dünger zu versorgen, könntest du dir eine kleine Wurmkiste oder einen Bokashi- Eimer anschaffen. Dort kannst du deinen eigenen Kompost herstellen und hast einen eigenen Kreislauf geschaffen. Da kannst du alle organischen Gartenabfälle drin kompostieren, ohne dass du von außen ständig etwas hineinbringen musst. Wurmkiste und Bokashi stinken auch nicht und sind somit keine Geruchsbelästigung für die Nachbarn . Platzsparend sind sie auch noch...

Vogel- und Insektentränken sind immens wichtig, toll dass du daran gedacht hast

 

 

 

" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

  Herzlich willkommen

Schön, was du da auf kleinem Raum in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt hast! Tomaten sind Nachtschattengewächse, die brauchen garnicht soviel Licht. Meine stehen unter einem Dachvorsprung auf der Ostseite im Halbschatten und bekommen nur morgens - auch für ca. 2-3 Stunden - Sonne. Warum das bei dir dieses Jahr nicht so gut geklappt hat, kann viele Gründe haben: Vielleicht waren die Töpfe zu klein, das Saatgut nicht das Beste (sieht man den Körnchen ja nicht an), manchmal ist es auch einfach kein "gutes Tomatenjahr" (das hatte ich vor zwei Jahren, da ging fast garnichts) ... wie auch immer, das wird schon noch, kann nicht alles sofort perfekt sein ;-)

Eine strickte Trennung von Ertrags- und Pufferzohne ist nicht wirklich möglich ...

Warum auch? Das Hortus-Prinzip beruht zwar auf den drei Zonen, aber die Natur lehrt uns, dass alles Hand in Hand läuft, alles miteinander verbunden ist. Bärlauch und Waldmeister z.B. brauchen Schatten und fühlen sich in der Pufferzone "sauwohl". In Magerzonen finden sich - auch häufig als hübsche Umrandung - Thymian, Lavendel & Co. Mein Wacholder kommt demnächst in eine Magerzone, als größeres Gehölz erfüllt er dann Aufgaben, die eigentlich die Pufferzone abdeckt und die Beeren ernte ich. Wenn man ein wenig tolerant denkt, sind das dann alle drei Zonen auf einmal

Bleibt nur noch, dir einen lieben Gruß aus der erweiterten Nachbarschaft zu schicken, mein Hortus liegt im Bergischen Land - ist ja nicht wirklich weit bis ins Ruhrgebiet

Danke für eure lieben Antworten!
Gefühlt sind da 8 Jahre aufgestaute Gärtner-Engergie rein geflossen, ich hatte länger keinen Balkon/Garten mehr.
Es sind auch erstmal einfach Sachen da hin gekommen, wo Platz war, über den Winter wollte ich nochmal ein bisschen Planungsarbeit für nächstes Jahr investieren. Auf der Liste stehen bisher vor allem Sichtschutz am Zaun nach Osten (links im Bild), Hängepflanzen vom "Dach" (ich hab neulich einen interessanten Bericht über Gurke als Ampelpflanze gesehen) und ein Mini-Teich/Wasserstelle im Kübel.

 

Zitat von Tillivilla am 25. August 2019, 22:10 Uhr

Bei deinen Fotos habe ich mir sofort gedacht, dass das Wildpflanzen-Topfbuch von Reinhard Witt doch was für dich sein müsste! Kennst du das zufällig schon? Ich habe es gerade fertiggelesen und bin jetzt wild entschlossen, nächstes Jahr auch mit Töpfen und Trögen loszulegen! 😆

Super Tipp, das kannte ich tatsächlich noch nicht! Ist direkt auf die Wunschliste gewandert.

Hihi, wir haben ähnliche Gedankengänge
Diese Woche hab ich kleine Terracotta-Kästchen für den Zaun im Topf-Second-Hand gekauft, ein kleinen Hängetopf mit Erdbeerlies gibt es schon - aber Erdbeeren hat man nie genug 
Die Wurmkiste ist tatsächlich schon bestellt. Ich hatte die Möglichkeit, mir das für über ein Jahr bei Freunden an zu schauen und die Pflänzchen haben auch schon Wurmtee geschlüft. Ich bin sehr gespannt, wie das langfristig funktioniert.

Der Steingarten liegt leider sehr schattig, zumindest im Sommer. Hier stehen viele Laubbäume, daher wird es spannend, wie sich der Lichteinfall im Winter/Frühjahr verändert.

Zum Hotspot im Topf: Wie groß sollte der denn mindestens sein, damit z.B. auch Wildbienen darin brüten können? Reicht dafür z.B. ein 30x30x30cm Topf? Wie würdet ihr sowas anlegen? Nur mit Substrat/Steinen/Totholz oder bei der Größe noch 1-2 Pflanzen dazu?
Ist es problematisch, wenn der Topf gelegentlich bewegt wird, z.B. um an andere Töpfe dran zu kommen? Ich glaube, ich  mach dafür ein eigenes Thema auf

Liebe Grüße zurück ins Bergische!

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