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Substrat zum Abmagern für Blumenwiese

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Dieter, Du hast mit Deinen klaren Aussagen genau das ausgedrückt, was ich mir auch immer denke. Natürlich sind magere Zonen wichtig... aber wo von Natur aus kein magerer Boden ist, ist es da wirklich sinnvoll mit viel, viel Aufwand magere Zonen zu schaffen? Vielleicht sind ein paar große Töpfe mit magerem Substrat oder eine Dachbegrünung besser für die Ökobilanz.

Ich habe Lehmboden, aber als wir Sand geschenkt bekamen, habe ich schnell ein kleines Sandarium mit nur 1 qm Fläche geschaffen. Den Sand haben wir gerettet und nun wachsen im Sandarium (das sowieso zu klein ist für die meisten Wildbienenarten) Sandthymian und Sandglöckchen, dazwischen sind noch freie Flächen. Nur für den Fall, daß sich doch mal ein Insekt einfinden möchte.

Auch am Fuße von Trockenmauern oder am Rand von Teichen entstehen durch die nötigen Baumaßnahmen wie so selbst kleine magere Ränder, wo sich schnell eine Besiedelung passender Pflanzen ergibt.

Ich merke deutlich im Sommer die Erwärmung, die vor dem Haus stattfindet aufgrund der versiegelten Flächen für Zuwegung und Stellplatz. Die begrünte Fläche daneben hat das Flair einer Mini-Streuobstwiese mit Grashüpfern, einer Erdkröte und Spitzmäusen. Sie spendet Kühlung und leistet einen Ausgleich zur Sommerhitze. Hätte ich dort eine fast vegetationslose Sand- und Schotterlandschaft mit wenigen Magerpflanzen, würde das mit einem Temperaturanstieg einhergehen. Dessen bin ich mir ganz sicher.

Bei mir im Vorgarten gibt es Laub, das liegen bleiben und zu Humus werden darf - ganz wichtig für die CO2-Speicherung. Inzwischen muß man wirklich gut abwägen, in welchem Umfang man im Garten Hotspotzonen anlegt.

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Zum Glück wäre die Fläche nicht nah am Haus (zumindest nicht an unserem). Aber ich verstehe eure Argumente. Und bin noch mehr verwirrt denn je.

Wäre das eine Option: Rasensode weg, Sand unter den vorhandenen Boden mischen, um den Nährstoffgehalt zu senken und dann das auszusäen: https://templiner-kraeutergarten.de/Bienenweide-IV-Heimische-Arten-Bio-Saatgut ? Falls sich das irgendwann zu einer geschlossenen Fläche entwickelt, wäre das ja keine sich aufheizende Schotterfläche.

edit: Mein Göttergatte kam jetzt auf die Idee, "einfach" den Sand von unten hochzuholen. Heißt bei uns, ca. 40-50 cm tief Erde ausheben. Aber es hetzt uns nichts. Wir nutzen, was wir vor Ort haben und können dosieren, wie viel Sand wir mit Erde vermischen wollen.

Zitat von Bounty am 30. April 2022, 23:03 Uhr

Zum Glück wäre die Fläche nicht nah am Haus (zumindest nicht an unserem). Aber ich verstehe eure Argumente. Und bin noch mehr verwirrt denn je.

Wäre das eine Option: Rasensode weg, Sand unter den vorhandenen Boden mischen, um den Nährstoffgehalt zu senken und dann das auszusäen: https://templiner-kraeutergarten.de/Bienenweide-IV-Heimische-Arten-Bio-Saatgut ? Falls sich das irgendwann zu einer geschlossenen Fläche entwickelt, wäre das ja keine sich aufheizende Schotterfläche.

edit: Mein Göttergatte kam jetzt auf die Idee, "einfach" den Sand von unten hochzuholen. Heißt bei uns, ca. 40-50 cm tief Erde ausheben. Aber es hetzt uns nichts. Wir nutzen, was wir vor Ort haben und können dosieren, wie viel Sand wir mit Erde vermischen wollen.

Wenn ich bei der Firma bestellen könnte, würde ich den 0-8 Sand nehmen. Die Frage hatte ich ja erst selber und hab mir da auch nicht-Hortus-Sandbeete in Artikeln und auf YT angeguckt, und sowas Richtung Estrich-Sand, also mit Kiesanteil, wird offenbar bevorzugt. Du müsstest Dir dann überlegen, ob Du da ein Kalk-Sand-Beet machen möchtest, oder nicht. Das beeinflußt die Pflanzenauswahl stark. Wir haben uns für Kalk entschieden und in jede Schubkarre Sand noch Kalksplitt gemischt.

Ökologischer wäre es in der Tat, nur Rasensoden auszustechen, anzusäen und dann über die Jahre abzumagern. Das braucht aber Geduld ;-)

 

»Wer der Gartenleidenschaft verfiel, ist noch nie geheilt worden. Er fühlt sich immer tiefer in sie verstrickt.« – Karl Foerster

Wir haben unsere Entscheidung getroffen. Die betreffenden 15-16 qm "Rasen" werden von ihrer Grasschicht befreit und der Mutterboden mit Sand aus tieferen Schichten vermischt. Die ersten ca. 2,5-3 qm sind schon geschafft. Ausgesät wird die Saatgutmischung "Wildblütenrasen, Region Ost" von Tausende Gärten, Tausende Arten. Die Pflanzen kennen wir, die kommen hier auch in der Umgebung vor. Dann schauen wir, wie sich das Ganze entwickelt. Genug Flächen, die wir später noch anderweitig umwidmen könnten, haben wir. Es könnten also noch echte Magerbeete u.a. folgen.

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Wir haben unsere 100qm Blumenwiese im August 2021 zwei mal im Abstand von zwei Wochen einfach nur gefräst, das Material zusammengerecht und woanders unter einer Plane zum Verrotten aufgeschichtet.

Der Boden ist, wie er ist: lehmig-tonig, sauer von 35Jahren Nadelbaumbestand. Die Samen sammelte ich selbst in der Umgegend. Wer damit klar kommt, bleibt. Momentan ist es erst mal eine Mohnokultur, obwohl ich Mohn nicht in die Mischung aufnahm.

 

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Meine Eltern haben sich für ihre Wiese dazu entschieden sie abzumagern. D.h. der Boden wurde nun zweimal gefräst und sie wollen Kalkschotter 0/16 aufbringen. Kommt dann darauf am besten nochmal eine Splittschicht? Und muss das ganze irgendwie abgewalzt/verdichtet werden?

Den Kalkschotter auch einfräsen, glatt rechen, aussäen, anwalzen, abwarten ;-)

Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Victor Hugo)
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