Forum

Du musst dich anmelden um Beiträge und Themen zu erstellen.

Nützlinge in Humus und Kompost

(Übertrag aus dem alten Forum)

Der Abbau organischer Substanz, die Aufspaltung von Nährstoffen für die Pflanzen – das alles geschieht für uns Menschen fast unsichtbar, vor allem in den oberen Bodenschichten.

Mit freiem Auge können wir aber Asseln, Milben, Springschwänze, diverse Insektenlarven und natürlich größere Kaliber wie Würmer, Schnecken und Maulwurf wahrnehmen.

Die Assel

Die scheue Komposthaufenbewohnerin ist ein wichtiger Nützling im Garten, denn sie ernährt sich ausschließlich von abgestorbenen Pflanzen und Tieren. Sie trägt zur Humusbildung bei und lebt außer im Kompost auch in der Laubstreu und in Totholz.

Asseln sind eigentlich Krebstiere und atmen über Kiemen an ihren Hinterbeinen. Diese sind ständig von einem Wasserfilm umgeben. Deshalb braucht die Assel es feucht, um atmen zu können. Ihre Jungen tragen sie in einer Art Beuteltasche, ähnlich wie die Kängurus.

Der Kompostwurm und der Regenwurm

Regenwürmer lockern und durchlüften über ihre Gänge den Boden. Sie ziehen Pflanzenreste in tiefere Schichten und befördern mineralische Substanz nach oben. Sein kleiner Bruder, der Kompostwurm, ist an der deutlicheren Ringelung zu erkennen und tritt im Komposthaufen gerne in Massen auf. In seinem Darm entstehen die „Ton-Humus-Komplexe“, die für einen gesunden Boden sehr wichtig sind, da sie Pflanzennährstoffe binden und bei Bedarf an die Pflanzenwurzeln wieder abgeben können. Die „Wurmkacke“ ist also ein wunderbarer Pflanzendünger!

Die Engerlinge bzw. Rosenkäferlarven

Die hufeisenförmig gekrümmten, weißen Engerlinge sind die Larven der Rosenkäfer. Sie ernähren sich ausschließlich von abgestorbenen Pflanzenteilen (z.B. in Totholz, aber auch im Komposthaufen), was sie sehr nützlich macht. Nach zwei Jahren verwandeln sich die Engerlinge in die wunderschönen, goldgrün schimmernden Rosenkäfer. Die erwachsenen Käfer fressen vor allem und am liebsten Pollen, Nektar und süße Pflanzensäfte. An Rosenblütenblättern knabbern sie nur, wenn sie Not leiden. Ein Grund mehr, im Garten den Nützlingen genügend Blüten mit frei zugänglichem Pollen und Nektar anzubieten!

Die Springschwänze

Sie fallen im Kompost oft als erste auf, da sie sehr zahlreich und mit einer Größe von wenigen mm bis zu 0,5 cm auch noch mit freiem Auge erkennbar sind. Springschwänze gehören zu den ersten Zersetzern von organischem Material und ihre Gruppe umfasst zahlreiche Arten. Manche leben im Boden und andere an der Bodenoberfläche.

An ihrem Hinterleib befindet sich eine Sprunggabel (daher der Name), mit der sie sehr weit springen können, wenn Gefahr droht. Bei den im Boden lebenden Springschwänzen ist diese Springgabel allerdings wieder rückgebildet.

Der Tausendfüßler

Der Tausendfüßer liebt Feuchtigkeit und Dunkelheit. Er lebt im Boden, im Kompost, unter Steinen oder Holz. Er gehört also zu den echten Bodentieren.
Der Tausendfüßer frisst Würmer und Insekten. Er ernährt sich auch von organischen Abfällen, das sind abgestorbene Pflanzenreste. Er zersetzt sie und scheidet sie wieder aus. So entsteht neuer Boden (Humus).

Der Ohrenkneifer/Ohrwurm

Ohrwürmer bevorzugen warme Gebiete und Habitate. Sie ernähren sich von Pflanzenteilen und Bestandsabfall, einige Arten sind jedoch auch Räuber und jagen kleinere Insekten. Beinahe alle Arten sind nacht- oder dämmerungsaktiv und halten sich tagsüber in selbstgebauten Gängen, in hohlkernigen Pfirsichen, in den feuchtebietenden Blattscheiden von Doldengewächsen, unter Baumrinden oder Steinen und anderen Verstecken auf.

Der Gemeine Ohrwurm ist ein Allesfresser und gilt als Nützling, er frisst zum Beispiel Blattläuse oder Schmetterlingsraupen. Er ist aber auch ein Schädling, wenn er weiche Pflanzenteile anfrisst, wie die Blüten. Härtere Schalen und Fruchthäute kann er aber nicht anfressen: so nutzt er bei Trauben oder Äpfeln nur die bestehenden Schadstellen aus und ist nicht selbst für sie verantwortlich. Auf Apfelbäumen findet man ihn häufig in den Fraßgängen des Apfelwicklers. Andere Arten wie der Sandohrwurm, Labidura riparia, sind reine Fleischfresser und können dann zur Schädlingsreduktion beitragen. Ohrwürmer bringen in der Regel nur eine Generation pro Jahr hervor.

 

Auch Markus hat sich diesem wichtigen Thema in seinem neuen Buch " Permakultur & Naturgarten" ausgiebig gewidmet.

Interessant finde ich auch die Aussagen von Hans-Günter-Felser (Hortus Humus) :

"Humuspflege im Garten und besonders in der Landwirtschaft ist der Schlüssel für unsere Zukunft. Gelingt uns die Humuswirtschaft, werden wir überleben, gelingt sie uns nicht, werden wir kläglich und leidhaft scheitern!"

Gerade für unsere Ertragszone lohnt es sich, sein Augenmerk mal intensiv darauf zu lenken.... *ja*

Habe ein paar interessante Links zur Kompostherstellung gefunden:

https://www.planet-wissen.de/natur/umwelt/lebendiger_boden/pwiederkompostundseinepflege100.html

http://gartenkompost.blogspot.com

Hier sind auch interessante Info's enthalten ( bis auf das Mulchen der Wiese!) :https://biobagworld.com/de/umwelt/kompostierung/

Kommentare sind geschlossen.