Forum-Breadcrumbs - Du bist hier:ForumFlora & Fauna: TiereIgelIgel - Zufütterung
Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Igel - Zufütterung

Ich habe für die Zufütterung unserer Igel doch einen eigenen Thread eröffnet.

Dorothee's Beitrag dazu habe ich hierher kopiert, so ist er besser zu finden.

Igelnassfutter ist minderwertig. Wenn man Igeln in der nahrungsarmen Zeit oder wenn man sie in ihrem nächtlichen Kampf ums überleben unterstützen möchte, sollte man hochwertiges Futter anbieten. Da ich mich auf den verschiedensten "Igel-Seiten" umschaue, habe ich schnell festgestellt, dass jeder Igelpfleger seine eigenen Rezepte hat. Ich orientiere mich viel an den Schriften von Pro Igel und nehme die Ratschläge der Igelstation in Wuppertal an , die jahrzehntelange Erfahrung in der Aufzucht und Pflege hilfsbedürftiger Igel hat, bis hin zur langwierigen Suche nach geeigneten Auswilderungsplätzen.  Wichtig ist, dass das Futter einen hohen Eiweiß- und Fettgehalt hat. Das ist in der Regel nur bei dem teureren Katzenfutter zu bekommen. Durch das hochwertigere Nassfutter braucht man dann auch nicht so viel zu füttern, da der Nährstoffbedarf auch durch kleinere Mengen erreicht wird. Nähere Hinweise dazu schicke ich dir in einer privaten Nachricht, da ich hier keine Werbung machen möchte/darf. Es darf kein Katzenfutter mit Gele oder Soße sein.  Der Verdauungstrackt/Darm des Igels ist recht kurz. Er frisst also mehrmals in der Nacht, aber nur kleine Mengen. Wenn man einen Igel zufüttert oder in einer Pflegestelle versorgt, muss man darauf achten, dass genügend Ballaststoffe enthalten sind. In der natürlichen Nahrung sind das die Chininpanzer der Käfer oder  Pflanzenbestandteile (Gras, Samenkapseln, Samen ...) die mitgefressen werden.  Als Ballaststoffe kann man Weizenkleie, Haferflocken oder Igeltrockenfutter untermischen. Ich (und in der Igelstation) weichen etwas getreidefreies Katzentrockenfutter (ich nehme das für Kitten, hat wieder einen höheren Proteinanteil) ca. 1 Stunde in Wasser ein und mischen das unter das Feuchtfutter, dazu kommt dann noch eine Handvoll Ballaststoffe (hier nehmen wir noch etwas anderes, dass ich dir separat schreibe). Diese Mischung lasse ich etwas stehen, dann sind die Ballaststoffe etwas weicher und werden besser mitgefressen, Igel können auch gut aussortieren  Wenn man draußen zufüttert ist das ausreichend, Igel in Pflege brauchen mehr Abwechslung, da sie sich ja nicht noch selber was suchen können und vom Mensch abhängig sind. In diesen Fällen ersetzt man einen Teil des Katzenfutters durch Rührei, leicht gebratenes Rinderhack oder gibt gekochte Hühnerflügel ohne Haut (werden manchmal komplett aufgefressen), diese sind auch wichtig für die Zähne, da ihnen in Pflegestellen ja die Zahnreinigung durch die harten Panzer der Käfer fehlt. Zahnverlusst durch massiven Zahnstein ist in freier Wildbahn ein Todesurteil. Ich streue den Pflegeigel auch immer ein paar wenige Bröckchen Katzentrockenfuuter für Kitten hin, die sind klein, sie haben was zu suchen und knacken.  Hier auf diesen Seiten von Pro Igel werden zahlreiche und sehr informative Merkblätter rund um den Igel angeboten, man kann sie käuflich erwerben oder auch runterladen.

https://www.pro-igel.de/merkblaetter/  https://www.pro-igel.de/ernaehrung/  https://www.pro-igel.de/spezialthemen/  (Industrielles Igelfutter)

Ich hoffe,dass sind jetzt nicht zu viele Infos, ist aber wirklich ein interessantes Thema. Übrigens, das Nassfutter für Igel, dass dein Bekannter gekauft hat, soll er nicht wegwerfen, einfach mit dem besseren Katzenfutter mischen und aufbrauchen. So machen es auch die privaten Igelpfleger mit Futterspenden. Du schreibst, dass er erwachsene Igel im Garten sieht, auch diese haben es mittlerweile schwer, erst recht wenn darunter vielleicht Muttertiere sind.

Gsaelzbaer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gsaelzbaer
" Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann -tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde! "

Verschobener Beitrag von Dorothee:

Und hier ist Dorothee' s Beitrag , ich habe ihn mal hierher kopiert:

Die Futterstelle für Igel kann man z. B. mit einer EU-Palette (oder einer halben) katzensicher machen. Ich habe ringsum schmale Latten abgeschraubt und an allen 4 Ecken mit Haken und Ösen kleine Brettchen (8x8cm) angehangen. Durch die Schwingtüren gehen auch keine Ratten. Vor den Eingängen habe ich noch Plastersteine platziert, damit es die Katzen noch schwerer haben. Wichtig ist, dass die Klappen frei schwingen können, auch wenn sie bei Feuchtigkeit etwas aufquellen (deshalb genügend Spielraum einplanen. Als Nässeschutz noch eine Plane mit den schmalen Leisten fixiert. Innen lege ich immer Zeitungen aus, die ich morgens erneuere. Sauberkeit ist ganz wichtig, damit sich die Igel nicht so schnell mit Krankheiten gegenseitig anstecken. Und den Kot vom Boden kratzen ist nicht so effektiv.

Hochgeladene Dateien:

  • 26.10.19.jpg
  • 20201023_104745.jpg
Gsaelzbaer hat auf diesen Beitrag reagiert.
Gsaelzbaer

die ganze zeit dachte ich ja, dass das an meinem Sandboden und der Trockenheit liegt, dass alle eine Schneckeninvasion haben - außer mir. Mein Salat, Basilikum Zuccini wachsen direkt neben den Schneckenparadiesen: halbmeter hoher Giersch, dahinter Dachziegel gestapelt.

Aber nachdem meine Nachbarin meinte sie hätte soo viele Schnecken (in ihrem mit Maschendrahtzaun eingezäunten Gemüsestück) frage ich mich ja ob das nicht mein Igel ist der hier alles aufisst.

Und nachdem so wenige Schnecken da sind frage ich mich ja natürlich auch, ob ich auch das zufüttern anfangen sollte.

Paletten habe ich noch und der Rest findet sich sicher auch irgendwo.

Sollte wohl eher im schattigsten Eck vom Garten stehen, oder?

Schnecken sind ja gar nicht gut für die Igel und sorgen für Darmparasiten.... sie fressen sie ja nur aus Mangel an Laufkäfern. Ich habe im Moment auch noch keine Schneckeninvasion, dank der fehlenden Niederschläge... Dafür tummeln sich jetzt überall Blattläuse an den gestreßten Pflanzen.

Dorothee und Gsaelzbaer haben auf diesen Beitrag reagiert.
DorotheeGsaelzbaer

Ich werds einfach mal ausprobieren.

Ist halt schon auffällig wenn nirgends Schnecken sind außer da wo der Igel nicht durch den Maschendrahtzaun kommen kann. Ich hab der Nachbarin auch gesagt sie soll doch das Tor mal offen lassen Nachts (sie machts halt aus Gewohnheit zu weil das das ehemalige Hühnergehege ist).

 

Zufüttern ist in sofern natürlich gut, weil der Igel eben keine Schnecken mehr frisst. Andrea hats schon geschrieben, die Schnecken sind der Grund für die Darmparasiten, weswegen im Herbst die vielen Entwurmungen und anschließendes päppeln fällig werden.

Da scheiden sich nun wieder die Geister, die einen sagen ja, die anderen nein - ähnlich der Ganzjahresfütterung der Vögel.

Vielleicht ist ein Zwischending richtig?!

@doro Wie ist denn der Stand der Wissenschaft dazu?

Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist. (Victor Hugo)

Ich habe von einer eingeschläferten Katze einen Korb voller Katzenfutter geerbt. Habe vorher zwar gesagt, dass es keines mit Gelee sein darf, aber im Nachhinein festgestellt, dass auf drei Viertel der Schälchen "in Sauce" steht und das offenbar auch nicht geeignet ist.

Auf dem Rest steht "in Pastete", das müsste dann aber gehen, oder? Es handelt sich um die bekannte Marke mit Sh... und der samtgrauen Werbekatze...

EDIT: Habe gerade in einem anderen Igelfutter-Thread weiter unten folgende Information entdeckt:

(Katzenfutter ohne Getreide, ohne Zucker und ohne Soße)

Achten Sie auf einen Fleischanteil von mind.60%

In "meinen" Schälchen stecken "65% Fleisch und tierische Bestandteile, Mineralstoffe, Zucker." Somit ist wohl leider alles unbrauchbar, oder? :-(

@tillivilla

Zucker ist tatsächlich nicht gut. Igel neigen scheinbar zu Zahnstein und haben nach 2-3 Jahren oftmals ein sehr schlechtes Gebiss. Durch den Zahnstein kommt es zu Entzündungen und schließlich zu Zahnausfall. Igel können zwar auch mit weniger Zähnen überleben (die Kauleiste verhärtet sich mit der Zeit), Probleme machen aber die Entzündungen und die Schmerzen.

Leider sind die Angaben zum Fleisch immer sehr schlecht. Meist handelt es sich um minderwertiges Fleisch und Schlachtabfällen.

Ich glaube, ich würde es eher nicht füttern, zumal die jetzige Jahreszeit eigentlich ausreichend natürliche Nahrung bereithält.

Simbienchen und Tillivilla haben auf diesen Beitrag reagiert.
SimbienchenTillivilla
Und wärend die Welt ruft ... Du kannst nicht alle retten! Flüstert die Hoffnung ... Und wenn es nur einer ist... Versuch' es! Sylvia Raßloff
Zitat von Dorothee am 7. Juli 2022, 22:13 Uhr

@tillivilla

Zucker ist tatsächlich nicht gut. Igel neigen scheinbar zu Zahnstein und haben nach 2-3 Jahren oftmals ein sehr schlechtes Gebiss. Durch den Zahnstein kommt es zu Entzündungen und schließlich zu Zahnausfall. Igel können zwar auch mit weniger Zähnen überleben (die Kauleiste verhärtet sich mit der Zeit), Probleme machen aber die Entzündungen und die Schmerzen.

Leider sind die Angaben zum Fleisch immer sehr schlecht. Meist handelt es sich um minderwertiges Fleisch und Schlachtabfällen.

Ich gLaube, ich würde es eher nicht füttern, zumal die jetzige Jahreszeit eigentlich ausreichend natürliche Nahrung bereithält.

Ist gut, danke dir vielmals für deine Ratschläge! :danke: :knuddel:

Dorothee hat auf diesen Beitrag reagiert.
Dorothee
Zur Werkzeugleiste springen