Gräser

Die Unberücksichtigten

Wenn Blühflächen angelegt werden, vergisst man immer die Gräser. Sie haben keine Blüten, sind sehr schwer auseinander zu halten und haben wohl außer als Futter für Schafe keinen Sinn.

©Die Gartenphilosophin

Weit gefehlt!
Eine Vielzahl von Schmetterlingsraupen und die meisten Heuschrecken fressen ausschließlich Gräser und können nur mit Blumen nicht überleben. Allen in diesem Sinne wertvollen Gräsern ist gemeinsam, dass sie dauerhaft nur auf mageren und magersten Böden überleben können. Gegen die Hochleistungsgräser der modernen Landwirtschaft haben sie keine Chance.

Folgende Gräser sind sehr wichtig, mit ihrer horstbildende Wuchsform sind sie sehr für Steingartenanlagen zu empfehlen:

  • Schafschwingel (Festuca ovina)
  • Aufrechte Trespe (Bromus erectus)
  • Blaugras (Sesleria albicans)
  • Pfeifengras (Molinia caerulea)

Für Magerblumenwiesen eignen sich die größeren und raumgreifenden Gräserarten:

  • Fiederzwenke (Brachypodium pinnatum)
  • Knäuelgras (Dactylis glomerata)
  • Wiesen-Rispengras (Poa pratensis)
  • Landreitgras (Calamagrostis epigeios)

Alle Dickkopffalter, alle Augenfalter und sehr viele Nachtschmetterlinge sind im Raupenstadium ausschließlich auf Gräser angewiesen und können ohne Gräser keinen kompletten Zyklus abschliessen. Eine Ansiedlung schlägt ohne Berücksichtigung der richtigen Gräser deswegen fehl.


Autor:
Markus Gastl
Hortus-Insectorum.de

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