Die Kommerziellen

Handel bringt Wandel!

Großblumige Sorte, spezieller Preis

Im Eingangsbereich eines jeden Baumarktes empfangen sie uns mit leuchtenden Farben und günstigen Preisen, palettenweise und im Monatswechsel. Sie lassen sich leicht vermehren, immer wieder in neuen Farben züchten, sind relativ pflegeleicht und schnell auf dem Kompost zu entsorgen und zu ersetzen.

Nach der Devise Leben geben und Leben nehmen. Jede Jahreszeit hat ihre Favoriten, im Frühling fangen wir mal mit Stiefmütterchen an und im Herbst hören wir mit bunten Chrysanthemen auf. Verständlicherweise will der Gartenbesitzer zumindest Farbe kaufen, wenn er sie schon nicht im Garten hat. Hier wird richtig Geld verdient und auf die Jahre gesehen auch richtig viel Geld in die Beete versenkt.

Exklusiver und auch teurer wird es dann in der Freianlage, welch spektakuläre Blütenbälle, welch faszinierenden Blattformen, welch unglaubliches Farbenspiel, blaue Gräser, violette Beeren, gestreifte Blätter. Hochgezogen in Rekordzeiten wie Mastschweine, mit Dünger optimal versorgt, in Gewächshäusern aufgepäppelt, strahlen sie uns an und lassen uns nicht lange zaudern. Was sind denn 20 Euro hier, nur 12 Euro da, halt hier ist noch was ganz Exklusives, da wird der Nachbar aber staunen.

Im Garten können sie sich dann etablieren, oder auch lästig werden, die sogenannten Neophyten. Mehr dazu … “Die Neophyten”

Oder als Saisonware vergehen sie schnell. Für die einheimische Natur ist wenig getan. Ich habe noch keinen Vogel gesehen, der violette Beeren gefressen, oder eine Biene, die eine gefüllte Blüte angeflogen hätte. Aber ich habe schon lange bemerkt, dass früher mehr Vögel gesungen und mehr Insekten gesummt haben als heute.

Auch einheimische Pflanzen sind mittlerweile sehr exklusiv, weil selten geworden. Oder haben Sie vielleicht eine Mispel im Garten, einen Speierling oder die einheimische Felsenbirne.


Autor:
Markus Gastl
Hortus-Insectorum.de

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