Chaosgarten

An Naturmodulen habe ich derzeit nur einen Totholz-Haufen und einen Reisighaufen. Für eine Art Steinhaufen sammle ich noch Material, das im Herbst dann an die geplante Stelle verfrachtet werden soll.

An einer mageren Blumenwiese arbeitet mein Nachbar/Mitbewohner schon fleißig (gegen seinen Willen, er möchte eigentlich lieber grünen Stoppelrasen, aber ich werde den Teufel tun, ihm nochmal zu sagen, wie er das erreichen könnte).

Unser Garten liegt am äußersten Stadtrand und ist auf einer Seite von einer Straße, auf der nächsten von einem riesigen Monokultur-Feld, auf der dritten von einem Robinien-bewachsenen kleinen Zufahrtsweg, hinter dem dasselbe Monokultur-Feld liegt, und auf der letzten Seite von einem Nachbarn umgeben, der sein Stoppelgrün mit Stinkelärmer UND Mähroboter klein hält.

Am Zaun entlang möchte ich eine schöne (zum Teil Wildobst-)Hecke als Pufferzone gegen die ganzen Widrigkeiten um den Garten herum pflanzen.

Auf der Straßenseite, wo auch das Haus ist, darf ich wegen unseres Mitbewohners/Nachbarn kaum etwas verändern, da möchte ich einfach bloß die Blumenbeete nachhaltig bestücken und zuwarten, bis die Magerwiese fertig ist.

In der Mitte des Gartens soll für die Kinder eine Wiese zum Spielen entstehen, aber da muss ich erst das Terrain noch etwas ebnen, weil da zuvor eine Steinschneise den Garten längs in zwei Teile geteilt hat, die hinten einen Niveau-Unterschied von etwa einem halben Meter hatten.

Zuerst werde ich also Gras ansäen, das dann immer wieder schneiden und damit meine Ertragszone füttern, und darauf vertrauen, dass das Gras teilweise wieder verdrängt wird, wie an anderer Stelle schon geschehen.

Die Wühlmäuse helfen mir dabei gerne.

Hinten ist meine Ertragszone mitsamt Kompost, ein Haufen Flieder, den ich lieber in Kübeln sähe, und abtrennen möchte ich das Ganze durch eine niedrige Beeren- unf Wildobst-Hecke vom Rest des Gartens.

Zwei Obstbäume haben wir auch, aber die sind seit der Baumschule nicht mehr beschnitten worden, nichtmal nach der Pflanzung. Der Apfel wurde zudem bis letztes Jahr von Thujen stark bedrängt, weshalb er kaum Licht bekommen und auf einer Seite kaum Äste ausgebildet hat.

Der andere Obstbaum ist eine Zwetschge, die für den kleinen Garten allerdings etwas riesig ist und auch ständig vor sich hin kränkelt.

Ich betreue diesen Garten jetzt seit letztem Jahr. Davor wurde nur hin und wieder Rasen- und Strauchschnitt ensorgt (Deponie), die zwei Bäume gepflanzt und hin und wieder mal ein Sack Blumenerde ausgekippt.

Schnecken, Wühlmäuse, Rüsselkäfer (Kohlrüssler), Robinien, Flieder und Essigbaum dezimieren entweder meine Ernte oder versuchen den gesamten Garten einzunehmen.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht, vertraue aber irgendwie darauf, dass ich mit viel Liebe, Schweiß und Hingabe eine kleine Insel der Vielfalt an einem Ort, wo sie wirklich dringend gebraucht wird, schaffen kann.

Oh, und hoffentlich auch hin und wieder mit etwas Rat von dieser Community hier!

Bitte verzeiht die etwas chaotische Beschreibung, aber in meinem Kopf purzelt einfach so unglaublich viel durcheinander.

  • Der Name bezieht sich auf meine chaotische Vorgehensweise bei allem, was ich mache.
  • Marianne Voith
  • 1220
  • Wien
  • Österreich

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