Brombeeren – Rubus sect. Rubus
Brombeere

Brombeeren – Rubus sect. Rubus

Brombeer-Arten sind winterkahle oder wintergrüne (und dann im Frühjahr Laub abwerfende) Sträucher oder genau genommen etwas verholzende, ausdauernde krautige Pflanzen. Sie sind mit ihrer Ausbreitungsfreude durchaus als invasiv zu bezeichnen.

Brombeere

Brombeeren sind häufig Kletterpflanzen (Spreizklimmer) und werden zwischen 0,5 und 3 Meter hoch; die Sprossachsen sind je nach Art oder Sorte mehr oder weniger stachelig und verholzen mit der Zeit. Die dünnen und derben Stacheln dienen als Kletterhilfe und Fraßschutz.

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Erst im zweiten Jahr werden spezielle Seitentriebe gebildet, an deren Ende sich die Blütenstände befinden. Es werden traubige oder rispige Blütenstände gebildet.

Die Früchte reifen ab August bis in den Oktober hinein. Nach der Fruchtreife sterben die Triebe ab.

Die vegetative Vermehrung geschieht durch Ausläufer, die bei Kleinarten bis 6 Meter lang sein können, auch durch Wurzelsprosse und vor allem durch sich bogig nieder senkende Zweige, die sich bei Bodenkontakt bewurzeln (Absenker).

Die vorweiblichen Blüten sind duftlos. Blütenökologisch handelt es sich um „Nektar führende Scheibenblumen“, die ein großes Angebot an Pollen hervorbringen. Der Nektar- und Pollenwert liegt bei drei, was die Brombeere äußerst attraktiv für fliegende Besucher macht. Selbstbestäubung kommt auch vor.

Die Steinfrüchte schmecken durch Traubenzucker süß und durch Fruchtsäuren säuerlich. Sie dienen der Verdauungsverbreitung, besonders durch Vögel.

Die schwarzen Früchte sind saftig und wohlschmeckend. Brombeer-Früchte eignen sich zum Frischverzehr, als Kuchenbelag und um Konfitüre, Gelee, Sorbet, Saft, Wein und Likör zu bereiten. Die frischen Früchte können außerdem durch Tiefkühlen konserviert werden. Wegen des angenehmen Geschmacks sind Brombeerblätter, die man am besten in der ersten Maihälfte pflückt, in vielen Tees enthalten. Brombeertee kann als Haustee auch über längere Zeit gefahrlos getrunken werden. Die fermentierten Laubblätter der Brombeer-Arten dienen als Ersatz für schwarzen Tee und werden als koffeinfreier Frühstückstee gehandelt.

77 Schmetterlingsarten leben von und auf der Brombeere, hier ein kleiner Auszug:

Große Veränderliche Grasbüscheleule (Apamea crenata, Synonym: Hadena rurea),
Große Schneckenspinner (Apoda limacodes).
Brombeer-Perlmuttfalter (Brenthis daphne),
Perlgrasfalter (Coenonympha arcania),
Satellit-Wintereule (Eupsilia transversa),
Russische Bär oder Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria),
Johannisbeer-Glasflügler (Synanthedon tipuliformis)

Brombeerzweige werden auch von einigen Wildbienen als Brutplatz genutzt.

Schwarzglänzende Keulhornbiene (Ceratina cucurbitina)
Gewöhnliche Keulhornbiene (Ceratina cyanea)
Große Keulhornbiene (Ceratina chalybea)
Markenbienen – Art (Hylaeus brevicornis)
Schwarzspornige Stängel-Mauerbiene (Osmia leucomelana)
Dreizahn-Mauerbiene (Osmia tridentata)
Dreizahn-Stängelbiene (Hoplitis tridentata)
Düsterbienen – Art (Stelis ornatula)
sowie einige Grabwespen (Pemphredon inornata) und solitäre Faltenwespen (Odynerus laevipes)

Mit noch biegsamen Zweigen können Vogelnistbäume am Stamm gesichert werden.

Brombeeren

 

Menü schließen
Zur Werkzeugleiste springen