Birken – Betula
Birke

Birken – Betula

Die Birken (Betula) bilden eine Gattung innerhalb der Birkengewächse.

Diese Bäume sind auf der Nordhalbkugel in allen Kontinenten vorhanden und es gibt auch einige Zuchtformen. Diese schnell hochwachsenden Bäume können gut 30m hoch und bis zu 160 Jahre alt werden. Man kann sie gut anhand ihrer Rinde erkennen. Da die Birke einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch) männliche und weibliche Früchte ausbildet, braucht es zur Vermehrung aus Samen nur Geduld.

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Allerdings ist sie aufgrund ihrer Allergene für Allergiker nicht gern gesehen. Trotzdem ist dieser Baum für viele Schmetterlinge für das Überleben unerlässlich. Gut 125 Arten tummeln sich auf Birken. Hauptsächlich Nachtfalter wie Eulen, Glucken und Spanner sind dort zu finden, ein kleiner Auszug hiervon:

Großes Jungfernkind (Archiearis parthenias)
Frühlings-Wollafter (Eriogaster lanestris)
Birken-Gabelschwanz (Furcula bicuspis)
Grünes Blatt (Geometra papilionaria)
Pflaumenglucke (Odonestis pruni)
Linden-Sichelflügler (Sabra harpagula)
Kleiner Birken-Glasflügler (Synanthedon culiciformis)

Auch Vogelarten sind auf Birken angewiesen, z. B. dienen dem Birkenzeisig (Acanthis flammeaSyn.Carduelis flammea) und dem Birkhuhn (Lyrurus tetrixSyn.Tetrao tetrix) Knospen und Samen der Birke als wichtige Winternahrung. Der Baum selbst ist Lebensraum für zahlreiche Pilze, Flechten und Moose sowie für Insekten und Säugetiere.

Die Birke wird auch von der Mispel nicht verschmäht.

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Birken sind oft Pionierpflanzen auf freien Flächen. Birken-Arten stellen nur geringe Ansprüche an Boden und Klima. Sie gedeihen sowohl auf trockenen wie nassen Böden. Weswegen sie oft in Städten und Gemeinden als Straßenbaum gepflanzt werden. Wegen des Klimawandels leiden viele Birken jedoch unter Trockenstress und neigen dazu, abzusterben. Deswegen sollte man auf abbrechende Äste achten und diese entfernen.

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Pech aus Birken gewonnen, wurde bereits vor etwa 50.000 Jahren nachweislich als erster systematisch hergestellter Kunststoff der Menschheitsgeschichte zum dauerhaften Verbinden von Steinkeilen, Pflanzenfasern und Holzgriffen hergestellt und genutzt und zwar sowohl durch Neandertaler als auch durch den modernen Menschen.

Aus Birkenholz werden oft Tischplatten hergestellt, zudem findet es Verwendung bei Spanplatten. Als Holzlieferanten werden in Mitteleuropa vor allem die Hänge-Birke (Betula pendula) und die Moor-Birke (Betula pubescens) genutzt. Das Holz besitzt einen seidigen Glanz. Bei älterem Holz kann ein gelblich-roter bis brauner Falschkern ausgebildet sein.

Früher wurden oft unter anderem Holzschuhe und Wäscheklammern aus dem Holz hergestellt. Es lässt sich gut schnitzen und drechseln, aber schwer spalten.

Auch die Birkenrinde fand einst einen vielfältigen Gebrauch, etwa für Spanschachteln. Diese Behälter nutzen die antiseptischen Eigenschaften der Birkenrinde. Der äußere Teil der in zwei Schichten gegliederten Rinde wurde zur Herstellung von Birkenteer und Birkenöl verwendet. Der innere Teil ist essbar und kann wie Spaghetti zubereitet werden. Im ländlichen Bereichen wird die Birke zu Besen gebunden. Im Saunabereich (Natursauna) werden frische Zweige eingesetzt, um die Durchblutung anzuregen. Birken-Haarwasser soll gegen Schuppen helfen können.

Und Birkenblätter sind im Gegensatz zu den meisten Baumblättern essbar und selbst Birkensaft, der zuckerhaltig ist, lässt sich in vergorener Form als Birkenwein genießen.

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