Bedenkliche, invasive Neophyten
Essigbaum oder Hirschkolbensumach

Bedenkliche, invasive Neophyten

Unsere Gärten sind oft liebevoll bestückt mit den unterschiedlichsten Pflanzen, die sich finden lassen. Da geben sich Ziersträucher und Stauden die Hand, blühen um die Wette und locken mit Düften allerlei Getier in den Garten.

Durch geschickt platzierte Werbung in Hochglanz-Magazinen werden Begehrlichkeiten geweckt, sich zu unterscheiden, was wächst und gedeiht, auf der heimatlichen Scholle. Bei näherer Betrachtung fallen Sträucher und Bäume auf, die mit außergewöhnlichen Eigenschaften sich anpreisen.

Robinie + Buddleja davidii

Zum Beispiel der Baum des Jahres 2020, wird allein durch seine Wahl ausgezeichnet – und dient deswegen Vielen als Bestätigung, ihn anzuschaffen, weil er hierdurch eine Anerkennung erfuhr. Was teils höchst bedenklich ist, ist er doch ein invasiver Genosse, der mit Wurzelausläufern und Samen sich verbreitet.
Seine positiven Eigenschaften für den klimabedingten Waldumbau und als Straßenbegleitgrün, weil unempfindlich gegenüber klimatischen Einflüssen, steht dem gegenüber, was Naturschützer anprangern.
Hat dieser Baum einen Lebensbereich eingenommen, kommt es häufig zur nachhaltigen Verdrängung der heimischen Vegetation. Er ist daher nicht unumstritten. Er kommt mit mageren Böden gut zurecht. Von der Wurzel, bis zur Blüte und Blatt, ist er giftig. Besonders seine Früchte und die Rinde.
Wildverbiss ist nur in der ersten Vegetationsperiode ein Thema. Ab dem zweiten Jahr bildet er Dornen aus und verholzt zunehmend, so dass sich er sich selbst schützt.
Durch die Fähigkeit des Stockausschlages treibt dieser Baum wieder und wieder aus.
Ein simples Fällen der Bäume führt dazu, dass sich lediglich dichtere Bestände bilden. Kahlschlag und Rückschnitt sind somit keine Option zur Bekämpfung des Baumes, das Gegenteil tritt auf. Der Samen bleibt bis zu 10 Jahren keimfähig, nach weniger als sechs Jahren ist er bereits gut 10m hoch und hat einen Stammdurchmesser von ca. 9cm.

Ein anderer Vertreter der bedenklichen Art ist ein Braunwurzgewächs. Er besticht durch eine reichhaltige Blüte, der Blühzeitraum findet gerade zu dem Zeitpunkt statt, wo verhältnismäßig wenig blüht. Er kann pro Jahr ungefähr 20 Millionen Samen bilden, diese werden als Ballonflieger mit dem Wind zerstreut. Man findet ihn oft verwildert an Bahndämmen, Schutt- und Kiesplätzen und anderen Brachen. Ab 20° minus stirbt er normalerweise ab.
Zuschnitt fördert seine Blühwilligkeit. Auch er kann dichte Bestände bilden und dadurch andere Pflanzen verdrängen.

Kanadische Goldrute

Auch bedenklich sei hier noch eine blühwillige Vertreterin der Stauden erwähnt. In großen Verbänden wächst sie auf brachliegenden Äckern und Bahnanlagen. Es handelt sich um eine Ruderalpflanze, die als Standort Schuttplätze aber auch Gewässerränder und Auwälder bevorzugt. Insbesondere wächst sie auf tiefgründigen Sand-, Ton- und Lehmböden. Vom Frühling an entwickeln sich die 0.5 bis maximal 2.5 m hoch werdenden Pflanzen aus ihren ausdauernden, unterirdischen Ausläufern. Pro Quadratmeter können so über 300 Pflanzen wachsen. Die Verbreitung erfolgt durch flugfähige Samen, die mit bis zu 12.000 Stück pro Spross überreichlich ausgebildet werden. Durch die große Anzahl von Wurzelausläufern erfolgt auch eine unterirdische nicht zu vernachlässigende Ausbreitung der Bestände. Einzelne, kleine Wurzelbruchstücke können sich zu ganzen Pflanzen regenerieren.
So können insbesondere Gartenabfälle zur weiteren Ausbreitung dieser Arten beitragen.

Essigbaum oder Hirschkolbensumach

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