Acker-Kratzdistel – Cirsium arvense
Acker-Kratzdistel - Cirsium arvense

Acker-Kratzdistel – Cirsium arvense

Acker-Kratzdistel – Cirsium arvense

Sie fällt vor allem wegen ihrer bedornten Blätter und ihrer zart violett gefärbten Blüten auf. Man findet sie an Weg- und Feldrändern, auch auf Ruderalflächen ist sie anzutreffen. Sie ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlinge.

Die Acker-Kratzdistel ist extrem variabel in Unterschieden in der Wuchshöhe, der Ausgestaltung der Laubblätter und der Größe der Blütenkörbchen. Sie ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 150 Zentimetern erreicht. Sie bildet waagrecht verlängerte, kriechende Rhizome aus.
Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die Acker-Kratzdistel ist gynodiözisch (zwittrig). Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von etwa 2 Zentimetern auf und enthalten etwa 100 meist zwittrige, vormännliche Blüten. Daneben gibt es aber auch rein weibliche Pflanzenexemplare mit kleineren Körbchen und Blüten mit nur 2 bis 3 Millimeter langen Kronzipfeln. Der Blütenstand enthält nur Röhrenblüten. Die Blüten können auch rötlich, rosa erscheinen oder in verschiedenen lilafarbenen Ausprägungen.

Die Acker-Kratzdistel ist ein Wurzelknospen-Geophyt und ein Tiefwurzler, der bis 2,8 Meter tiefe Wurzeln treibt. Die vegetative Vermehrung der Acker-Kratzdistel erfolgt durch Wurzelsprosse, die aus den tief im Boden liegenden, annähernd waagerecht verlaufenden Ausläuferwurzeln hervorgehen.

Die Blüten duften nach Honig. Der Nektar steigt in der bis über 10 Millimeter langen Kronröhre bis zum Ausgang. Dadurch ist er Insekten aller Art zugänglich, insbesondere für Tagfalter ist die Acker-Kratzdistel eine wichtige Nektarquelle. Bei schlechtem Wetter findet in den Zwitterblüten spontane Selbstbestäubung statt. Die Samen besitzen einen Haarkelch (Pappus) mit dem sie sich auf Wanderschaft mit Hilfe des Windes begibt. Es liegt also ein Schirmchenflieger vor. Dessen Sinkgeschwindigkeit beträgt nur 26 cm/Sekunde, daher werden bei Aufwind Flugweiten über 10 km möglich. Die Früchte sind im August bis Oktober reif, jeweils bereits etwa vier Wochen nach Blühbeginn. Die Acker-Kratzdistel ist bezüglich ihrer Standortwahl sehr anspruchsvoll, nur an geeigneten Standorten keimen ihre Samen aus.

Die Pflanze ist auch Mutterstube für die Distelbohrfliege (Urophora cardui), sie dringt in den Stängel ein und platziert dort ihre Eier. Die Larven schlüpfen im Jahr darauf aus den über 2 Zentimeter dicken Gallen.

Mehrere Rüsselkäferarten entwickeln sich an der Acker-Kratzdistel, häufig etwa der Distelkurzrüssler (Rhinocyllus conicus) oder der selten vorkommende Kratzdistelrüssler (Larinus turbinatus).

Zu den Tieren, die von ihr profitieren, gehören unter anderem der Braunkolbige- oder Ockergelbe Braun-Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris), der Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) und das Große Ochsenauge (Maniola jurtina).

In Deutschland nutzen vor allem nachtaktive Schmetterlinge die Acker-Kratzdistel als Raupenfutterpflanze.

Für Heilanwendungen werden hauptsächlich getrocknete Blätter verwendet. Sammeln sollte man an sonnigen Tagen zur Mittagszeit. Frisch im Salat oder getrocknet im Tee entfalten diese die heilsame Wirkung für Galle und Leber.

Tee
Dazu nehmen Sie einen Teelöffel getrocknete Ackerdistelblätter und zwei Teelöffel Salbei. Gießen Sie einen halben Liter kochendes Wasser über diese Mischung und lassen Sie sie mindestens 10 und höchstens 12 Minuten ziehen. Er wirkt schmerzlindernd und beruhigend.

Salat
Aus frischen, jungen Blättern der Ackerdistel kann man mit Essig und Öl einen recht schmackhaften Salat zubereiten.

Milch
Eine Handvoll trockene Ackerdistelblätter in einem halben Liter Milch aufkochen und noch warm trinken. Hilft bei Husten. Ersetzt nicht den Besuch beim Arzt!

Alle Teile eignen sich zerquetscht als Auflage bei schlecht heilenden Wunden und bei Insektenstichen.

 

Menü schließen
Zur Werkzeugleiste springen